{"id":9052,"date":"2013-06-12T09:55:27","date_gmt":"2013-06-12T08:55:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=9052"},"modified":"2013-07-09T00:19:01","modified_gmt":"2013-07-08T23:19:01","slug":"noch-viel-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/noch-viel-vor","title":{"rendered":"\u201eNoch viel vor\u201c"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/JVA-Tegel.jpg\" rel=\"lightbox[9052]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"JVA Tegel\" alt=\"JVA Tegel\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/JVA-Tegel-250x187.jpg\" width=\"175\" height=\"131\" \/><\/a>In der Wochenzeitung <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/noch-viel-vor\" target=\"_blank\">der Freitag<\/a> erschien vor ein paar Tagen ein Artikel \u00fcber die Lebenssituation von entlassenen Gefangenen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Klaus Engels sa\u00df sechs Jahre lang im Gef\u00e4ngnis. Im Dezember wurde der 68-J\u00e4hrige entlassen. Der \u201cFreitag\u201d hat ihn auf seinem Weg zur\u00fcck in die Gesellschaft begleitet<\/strong><br \/>\n<!--more--><br \/>\nDas erste Treffen mit Klaus Engels findet in einem Caf\u00e9 in Berlin-Mitte statt. Vor einer Woche wurde der Mann mit dem dichten, grauen Haar aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen, jetzt sitzt er vor einer Tasse Kaffee und erz\u00e4hlt. Am Ende seiner Haft, sagt er, ging es nach all den Tagen des Wartens pl\u00f6tzlich ganz schnell. Schon eine Weile war er im offenen Vollzug, konnte sich tags\u00fcber au\u00dferhalb der Gef\u00e4ngnismauern bewegen \u2013 dennoch: Frei war er nicht. Wer zu den Schlie\u00dfzeiten nicht p\u00fcnktlich zur\u00fcck in der Justizvollzugsanstalt (JVA) war, lief Gefahr, aus dem offenen wieder in den geschlossenen Vollzug zur\u00fcckversetzt zu werden. Eine furchterregende Vorstellung f\u00fcr die Gefangenen.<\/p>\n<p>Engels hatte gerade Freigang, als er einen Anruf auf seinem Handy bekam. Ein JVA-Beamter war dran: \u201eSie m\u00fcssen sofort zur\u00fcckkommen, wir m\u00fcssen Sie entlassen.\u201c Das notwendige psychologische Gutachten war lange Zeit nicht bearbeitet worden, nun war es pl\u00f6tzlich ausgestellt. F\u00fcr Freude, sagt Engels, hatte er aber erstmal keine Zeit. Er musste seine angesammelten Dinge, vor allem Kleidung, aber auch Alltagsgegenst\u00e4nde wie etwa sein Kochgeschirr, noch am selben Tag packen und mitnehmen. 15 kleinere und gr\u00f6\u00dfere Kartons verfrachtete er in ein auf einen Freund angemeldetes Auto. Das war im Dezember 2012. Seitdem ist er damit besch\u00e4ftigt, sich wieder in der Welt zurechtzufinden. Der Freitag hat ihn ein St\u00fcck dabei begleitet.<\/p>\n<p>Engels hat insgesamt sechs Jahre in verschiedenen Haftanstalten verbracht. Der 68-J\u00e4hrige geh\u00f6rt zur steigenden Zahl Strafgefangener, die in einem Alter entlassen werden, in dem andere Menschen bereits seit Jahren ihren Ruhestand genie\u00dfen. Der Weg zur\u00fcck in die Gesellschaft ist f\u00fcr keinen Entlassenen einfach, f\u00fcr \u00e4ltere Menschen ist er aber besonders schwierig. Viele resignieren in Anbetracht fehlender Perspektiven. Sie ziehen sich aus der Welt zur\u00fcck, verfallen in Schweigen oder landen wieder im Gef\u00e4ngnis. Und die meisten wollen nicht \u00fcber ihre Verurteilung, ihre Haft und die Zeit danach sprechen.<\/p>\n<p>Klaus Engels ist da anders. Er blickt n\u00fcchtern auf seine Haft und spricht sehr offen. Allerdings entspricht er auch nicht dem Stereotyp des an Bildung armen, an Tattoos daf\u00fcr umso reicheren Knackis. Engels ist gelernter Metallurge und Chemiker. Er redet eloquent und wirkt sehr h\u00f6flich. Er sagt, er habe sich fr\u00fcher immer im wohlhabenderen Milieu bewegt: \u201eIch habe in einem Umfeld gelebt, da ging es nie um Knausereien.\u201c Dann zieht er seinen Entlassungsschein aus der Tasche. 181,56 Euro gesteht ihm der Staat f\u00fcr seinen Neuanfang zu, das Entlassungsgeld. \u201eDas ist doch ein Scherz\u201c, sagt Engels. \u201eWie soll ein Mensch so je wieder auf die F\u00fc\u00dfe kommen?\u201c<\/p>\n<p><strong>Er ist 62, als er verhaftet wird<\/strong><\/p>\n<p>Engels beantwortet viele Fragen, ohne dass man sie \u00fcberhaupt gestellt hat. Die zahlreichen Geschichten aus seiner Vergangenheit \u00fcberlagern sich dabei, scheinen sich mitunter gegenseitig zu widersprechen. Wie sein Leben vor dem Gef\u00e4ngnis aussah, l\u00e4sst sich deshalb nicht eindeutig rekonstruieren. Er sei Gesch\u00e4ftsmann gewesen, sagt Engels. Verhaftet wurde er in Berlin im September 2006, damals war er 62. Er wurde zu einer neunj\u00e4hrigen Haftstrafe wegen Geldw\u00e4sche und Drogenhandels verurteilt. Damals lebte er in Spanien. Er erz\u00e4hlt, er habe eine gr\u00f6\u00dfere Summe f\u00fcr Bekannte angelegt, sich aber nicht \u00fcber die Herkunft des Geldes informiert. \u201eF\u00fcr mich waren das Immobilienleute, da habe ich nicht gro\u00df nachgefragt.\u201c<\/p>\n<p>2003 flog ein gr\u00f6\u00dferer Kokainh\u00e4ndlerring in Spanien auf. Engels wurde ihm zugerechnet, obwohl er bestritt, je etwas mit Drogen zu tun gehabt zu haben \u2013 das von ihm angelegte Geld hatte es aber zumindest. \u00dcber die Haftstrafe f\u00fcr die Geldw\u00e4sche hat Engels sich auch nie beschwert. \u201eSo ist das nun mal vor deutschem Recht\u201c, sagt er. Aber es hat ihn trotzdem wie einen Hammerschlag getroffen, vor allem auch, weil zudem sein gesamter Besitz gepf\u00e4ndet wurde.<\/p>\n<p>Die l\u00e4ngste Zeit seiner Haft, drei Jahre und sechs Monate, verbrachte Engels in der JVA Tegel \u2013 zun\u00e4chst in einer 5,3 Quadratmeter gro\u00dfen Zelle ohne abgetrennte Toilette. 2009 entschied der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin, dass diese Unterbringung gegen die Menschenw\u00fcrde versto\u00dfe. Ja, sagt Engels, die Zust\u00e4nde dort seien teilweise \u201ewiderlich\u201c gewesen. Weil er den Gro\u00dfteil der Haft nicht arbeitete, versuchte er an m\u00f6glichst vielen Angeboten wie T\u00f6pfer- oder Schachkursen teilzunehmen \u2013 um nicht 23 Stunden am Tag allein in der Zelle zu sitzen. Alles war besser als diese Eint\u00f6nigkeit. Schlie\u00dflich ging er sogar zur Bibelstunde. Und wie verbringt man die Stunden in der Zelle? \u201eMit Fernsehen und Lesen.\u201c Seine Antwort wird pl\u00f6tzlich einsilbig \u2013 als wolle er lieber nicht daran erinnert werden.<\/p>\n<p>Vor dem Haftantritt hatte er sich vorgenommen, sich nicht gegen die Strafe aufzulehnen, sondern sie zu akzeptieren. \u201eDemut und Geduld waren meine Grunds\u00e4tze, ohne die ich die Zeit nie \u00fcberstanden h\u00e4tte\u201c, sagt er. Und er engagierte sich. Die meisten Informationen \u00fcber Rechte und M\u00f6glichkeiten w\u00fcrden den Inhaftierten vorenthalten, hinzu k\u00e4men bei vielen Gefangenen noch Sprachschwierigkeiten, erz\u00e4hlt Engels. Deshalb schrieb er zusammen mit anderen Inhaftierten einen kleinen Ratgeber. \u201eGefangene f\u00fcr Gefangene\u201c nannte sich das Projekt. Als er in dem Caf\u00e9 davon erz\u00e4hlt, klingt Stolz in seiner Stimme mit. Das Projekt gibt der vielen toten Zeit in der Haft wenigstens ein kleines bisschen Sinn.<\/p>\n<p>Beim zweiten Treffen mit Engels, knapp einen Monat sp\u00e4ter, schl\u00e4gt er ein Caf\u00e9 in Neuk\u00f6lln vor. Dort gehe er ab und zu fr\u00fchst\u00fccken. Er berichtet von ersten Erfolgen, aber auch von einer Dem\u00fctigung in seinem neuen Leben. Er habe mit seiner Wohnung gro\u00dfes Gl\u00fcck gehabt, erz\u00e4hlt er. Kurz nach seiner Entlassung h\u00f6rte er von einem Bekannten von einer freien Wohnung in Neuk\u00f6lln. Der Vermieterin habe er nicht verschwiegen, wo er die letzten Jahre verbracht hatte: \u201eDas l\u00e4sst sich nicht verheimlichen, au\u00dferdem wirkt man sonst nur unglaubw\u00fcrdig.\u201c Er hat die Wohnung trotzdem bekommen.<\/p>\n<p>Viele Ex-Inhaftierte machen andere Erfahrungen. Engels sagt, er sei froh, dass er nicht wie so viele nach der Haft zun\u00e4chst einen Schlafplatz bei einer sozialen Einrichtung in Anspruch nehmen musste. Oft bleibt den Betroffenen aber nichts anderes \u00fcbrig, weil Vermieter sofort abwinken, wenn sie von der Gef\u00e4ngnisvergangenheit erfahren.<\/p>\n<p>Ansonsten habe er im vergangenen Monat viel Zeit mit Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen verbracht, erz\u00e4hlt er. Direkt nach seiner Entlassung stellte er einen Antrag auf Grundsicherung. Fr\u00fcher w\u00e4re das f\u00fcr ihn undenkbar gewesen: \u201eIch bin ein Mensch, der in seinem ganzen Leben noch nie mit Beh\u00f6rden zu tun hatte. Ich habe nie irgendeine Unterst\u00fctzung oder irgendwas gebraucht.\u201c Es tat ihm weh, dass das nun anders war. Weil er auf die Unterst\u00fctzung angewiesen ist, setzt sich das im Gef\u00e4ngnis vermittelte Gef\u00fchl der Unm\u00fcndigkeit auch drau\u00dfen auf anderer Ebene f\u00fcr ihn fort. Nach Abzug der Miete und der Verrechnung seiner Rente bekommt er nun 352 Euro vom Amt.<\/p>\n<p>Ohne seine Freundin, die ihm bei dem N\u00f6tigsten unterst\u00fctzte und ihm auch ein Auto geschenkt hat, h\u00e4tte er, sagt Engels, weitaus gr\u00f6\u00dfere Probleme mit seinem Neuanfang gehabt. Sie war eine der wenigen Personen, zu denen er in den sechs Jahren im Gef\u00e4ngnis konstant Kontakt hatte. Dass die Beziehung das Gef\u00e4ngnis \u00fcberstand, war f\u00fcr ihn ein gro\u00dfes Gl\u00fcck. Aber er machte sich auch immer wieder Sorgen, dass seine Freundin aufgrund ihres Knacki-Freundes diskriminiert werden k\u00f6nnte: \u201eDas Umfeld drau\u00dfen wird mehr bestraft als man selber, der man ja isoliert ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>Gelbes Sofa, gelbe Vase, gelbe Blumen<\/strong><\/p>\n<p>Beim dritten Treffen, f\u00fcnf Monate nach seiner Entlassung, l\u00e4dt Engels in seine Neuk\u00f6llner Einzimmerwohnung ein \u2013 nicht ohne zu erw\u00e4hnen, dass diese in ihrer Schlichtheit selbstverst\u00e4ndlich nicht mit den Wohnungen aus seinem fr\u00fcheren Leben zu vergleichen sei. Die Wohnung hat einen kleinen Balkon, er spricht nur von der \u201eLoggia\u201c. Gelb dominiert die Einrichtung. Knallgelb ist das Sofa, die Tischdecke des Esstisches und die Decke, die er \u00fcber den Packkarton gelegt hat, den er als Couchtisch benutzt. Darauf steht eine gelbe Vase, darin gelbe Plastikblumen. Woher kommt seine Vorliebe f\u00fcr diese Farbe? \u201eIch bin ein Mensch, der Tristheit und Dunkelheit nicht leiden kann\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Engels will positiv denken, nach vorn schauen, sich nicht kleinkriegen lassen, aber, f\u00fcgt er hinzu, das sei nicht leicht. W\u00e4hrend der Haft hatte er verschiedene Krankheiten an Bein und Knie \u2013 abseits von Tabletten sei es sehr schwer im Gef\u00e4ngnis eine Behandlung zu bekommen. Er habe dort am Schluss regelm\u00e4\u00dfig neun verschiedene Tabletten eingenommen. Sein jetziger Arzt habe ihm sofort sieben davon weggenommen. Sie seien \u00fcberfl\u00fcssig bis sch\u00e4dlich. Jetzt wartet er auf eine Knie-Operation, nach der er wieder schmerzfrei laufen k\u00f6nnen will.<\/p>\n<p>Welche Tr\u00e4ume hat er f\u00fcr die Zukunft? Er w\u00fcrde gern wieder heiraten, sagt er. Aber daf\u00fcr m\u00fcsste er seiner Partnerin nat\u00fcrlich etwas bieten k\u00f6nnen. An ein gemeinsames Leben in seiner Einzimmerwohnung sei ja nicht zu denken. Zu ihr ziehen m\u00f6chte er aber auch nicht, das sei ihm unangenehm. Er wolle seine Freundin finanziell absichern k\u00f6nnen, betont er. Nur wie das gehen soll, kann er noch nicht sagen.<\/p>\n<p>Zu einem ehemaligen sowie einem aktuell Inhaftierten h\u00e4lt Engels noch Kontakt. Sie z\u00e4hlt er zu seinen Freunden. Ansonsten liege die Gef\u00e4ngniszeit aber wirklich hinter ihm. Am meisten Sorgen mache ihm nun, dass er in Deutschland nie wieder Fu\u00df fassen k\u00f6nnen werde, sagt er. Engels hat noch Schulden von seinem Prozess und einem psychologischen Extra-Gutachten, das er auf eigene Kosten bestellte. Alles, was er verdiente, w\u00fcrde sofort gepf\u00e4ndet. Deshalb \u2013 und nicht wegen seiner Knastvergangenheit \u2013 f\u00fchle er sich stigmatisiert, erkl\u00e4rt er. \u201eWenn man was anfangen will, wird nun sofort der Riegel vorgeschoben. Die Katze bei\u00dft sich da immer wieder in den Schwanz.\u201c<\/p>\n<p>Er wolle aber auf jeden Fall arbeiten, sagt Engels \u2013 nicht nur, um Geld zu verdienen, sondern auch weil das f\u00fcr ihn einfach dazugeh\u00f6re. Er sehe seine Zukunft deshalb eher im Ausland. Er habe noch Kontakte in die USA, nach Frankreich, England und Spanien. Er gef\u00e4llt sich in der Rolle des kosmopolitischen Gesch\u00e4ftsmanns. Es sind S\u00e4tze, die f\u00fcr die kleine Neuk\u00f6llner Wohnung, wo an der Wand ein Pappmodell von Londons Big Ben steht, einfach zu gro\u00df wirken.<\/p>\n<p><strong>Eine Idee von der Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Mitunter, r\u00e4umt Engels ein, zweifele er auch selbst, ob ein solcher Umzug in seinem Alter \u00fcberhaupt noch realisierbar sei. Und ob er gesundheitlich wieder fit genug daf\u00fcr werde. Aber dann erz\u00e4hlt er gleich weiter von einer seiner neuen Gesch\u00e4ftsideen: Gebrauchtwagen nach China exportieren.<\/p>\n<p>So wie er es erz\u00e4hlt, wirkt es aber nicht so wichtig, ob die Verwirklichung der Idee kurz bevorsteht oder doch eher in weiter Ferne liegt. Am wichtigsten scheint es im Moment f\u00fcr ihn zu sein, \u00fcberhaupt eine Idee von der Zukunft zu haben. Von seiner Zukunft.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>Johannes Spohr<\/strong> ist freier Autor in Berlin und bloggt unter <a href=\"http:\/\/www.preposition.de\/\" target=\"_blank\">preposition.de<\/a>.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<header><em><strong>Info<\/strong><\/em><\/p>\n<\/header>\n<p><strong>Kein \u00fcbergreifendes Konzept<\/strong><\/p>\n<p>Die Zahl der \u00e4lteren Inhaftierten ist in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zwischen 1994 und 2005 hat die Zahl der m\u00e4nnlichen Inhaftierten \u00fcber 60 laut Statistischem Bundesamt um mehr als 200 Prozent zugenommen. Inzwischen wird seitens der Beh\u00f6rden diskutiert, ob \u00e4ltere Inhaftierte getrennt untergebracht werden sollten, wie dies in Singen am Bodensee bereits der Fall ist. Dort befindet sich eine Au\u00dfenstelle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Konstanz. Im bisher einzigen \u201eSeniorenknast\u201c Deutschlands sitzen etwa 40 Insassen, die \u00e4lter als 62 sind, ihre Strafe ab. Mehrere JVAs besitzen auch spezielle Trakte f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, ein \u00fcbergreifendes Konzept gibt es bislang aber nicht.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df Paragraf 41 des Strafvollzugsgesetzes sind Strafgefangene und Sicherungsverwahrte bis zum Rentenalter zur Arbeit verpflichtet. Ein Versto\u00df hiergegen kann disziplinarisch, zum Beispiel mit dem Entzug von Verg\u00fcnstigungen (Fernseher in der Zelle oder \u00e4hnlichem), geahndet werden und f\u00fchrt zudem dazu, dass man die Gefangenen zur Zahlung von Haftkosten heranzieht. Trotz der Arbeitspflicht sind die Gefangenen w\u00e4hrend der Haft aber nicht rentenversichert. Das f\u00fchrt dazu, dass der Rentenanspruch von Menschen, die mehrere Jahre in Haft waren, sich drastisch verringert. Vor allem bei der Entlassung und Wiedereingliederung \u00c4lterer ist das ein Problem.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Thema f\u00fcr \u00e4ltere Inhaftierte ist auch die medizinische Versorgung: Gefangene haben keine freie Arztwahl und sind somit auf die Anstalts\u00e4rzte angewiesen. In komplizierteren F\u00e4llen werden sie aber in Haftkrankenh\u00e4user verlegt. <em>JS<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Wochenzeitung der Freitag erschien vor ein paar Tagen ein Artikel \u00fcber die Lebenssituation von entlassenen Gefangenen. Klaus Engels sa\u00df sechs Jahre lang im Gef\u00e4ngnis. Im Dezember wurde der 68-J\u00e4hrige entlassen. 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