{"id":9082,"date":"2013-06-26T19:16:28","date_gmt":"2013-06-26T18:16:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=9082"},"modified":"2013-07-04T20:55:26","modified_gmt":"2013-07-04T19:55:26","slug":"munchen-solidemo-und-flyer-gegen-repression-und-in-solidaritat-mit-den-aufstandischen-in-der-turkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/munchen-solidemo-und-flyer-gegen-repression-und-in-solidaritat-mit-den-aufstandischen-in-der-turkei","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Solidemo und Flyer gegen Repression und in Solidarit\u00e4t mit den Aufst\u00e4ndischen in der T\u00fcrkei"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beug-dich-nicht.jpg\" rel=\"lightbox[9082]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-9083\" alt=\"beug dich nicht\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beug-dich-nicht-176x250.jpg\" width=\"123\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beug-dich-nicht-176x250.jpg 176w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beug-dich-nicht-423x600.jpg 423w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beug-dich-nicht.jpg 564w\" sizes=\"(max-width: 123px) 100vw, 123px\" \/><\/a>\u00fcbernommen von <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/89629\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia<\/a><\/em><\/p>\n<p>Am Donnerstag den 20.06. gab es in M\u00fcnchen eine kleine Spontandemonstration gegen <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/node\/88720\" target=\"_blank\">Repression<\/a> und in Solidarit\u00e4t mit den Aufst\u00e4ndischen in der T\u00fcrkei. Die kleine Meute zog lautstark die Lindwurmstra\u00dfe entlang Richtung Harras. W\u00e4hrenddessen wurden viele Flyer verteilt und massiv plakatiert. Nach 20 Minuten tauchte eine Streife auf, diese forderte Verst\u00e4tkung an, daraufhin l\u00f6ste sich die Sponti auf. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit war das ganze Viertel voll mit Bullen, die wahllos irgendwelche Leute filzten, Festnahmen konnte ich jedoch keine beobachten.<!--more--><\/p>\n<p>Hier der Text des Flyers der verteil wurde (<a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/beug-dich-nicht.pdf\">auch als pdf<\/a>):<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Boyun egme! Beug dich nicht!<\/strong><\/h3>\n<p>In dieser Stadt geh\u00f6rt es zur t\u00e4glichen Routine, dass Menschen vom Staat festgenommen, eingesperrt, erniedrigt und isoliert werden. All das wird stillschweigend und unbeachtet hingenommen und nur selten dringen die einsamen Schreie derer, die wissen was es hei\u00dft dieser Unterdr\u00fcckung und Gewalt ausgeliefert zu sein, bis zu unseren Ohren. Doch in der letzten Woche kam es in M\u00fcnchen zu mehreren vor\u00fcbergehenden Festnahmen, die wir keineswegs einfach so hinnehmen wollen und die unsere Wut immer noch erregen:<\/p>\n<p>Zum einen wurden f\u00fcnf Personen unter dem Vorwand festgenommen, Flugbl\u00e4tter gegen den Bau des Justizzentrums am Leonrodplatz bei sich zu tragen. Einige Tage sp\u00e4ter lauerten Bullen in den fr\u00fchen Morgenstunden zwei Personen vor ihrer Haust\u00fcr auf und nahmen sie ohne Angabe von Gr\u00fcnden f\u00fcr mehrere Stunden fest. Da die beiden Festgenommenen zu \u201eeinem Personenkreis geh\u00f6ren\u201c sollen, \u201eder unter Beobachtung steht\u201c und es in der gleichen Nacht irgendwo in M\u00fcnchen zu einer Brandstiftung an Autos der Firmen Telekom, Siemens und Cassidian kam, wurden ihnen Klamotten und alle Gegenst\u00e4nde beschlagnahmt, die sie mit sich f\u00fchrten. Eine der beiden Personen musste sich komplett ausziehen, die andere musste in Unterhose den Heimweg antreten. In beiden F\u00e4llen verweigerten alle Festgenommen konsequent jegliche Aussage und Zusammenarbeit mit den Cops.<\/p>\n<p>All das sind Versuche, Menschen einzusch\u00fcchtern, ihnen irgendetwas anzuh\u00e4ngen, sie komplett zu \u00fcberwachen und so zu zwingen, ihren Unmut gegen die herrschenden Zust\u00e4nde herunterzuschlucken. Es reicht aus, eine eigene Meinung zu haben, diese auch kund zu tun oder einem bestimmten Umfeld zugerechnet zu werden, welches den staatlichen Verfolgungsbeh\u00f6rden nicht passt, um kontrolliert, vor der Haust\u00fcr abgefangen, schikaniert, observiert, abgeh\u00f6rt und eingesperrt zu werden. Eine schlichte Haltung gegen\u00fcber dem Status Quo gen\u00fcgt um sich pl\u00f6tzlich auf der Anklagebank wiederzufinden oder in einer Zelle zu sitzen \u2013 mal f\u00fcr ein paar Stunden, vielleicht mal f\u00fcr ein paar Jahre. Das Hinterfragen, das Wehren, das Rebellieren und Spinnen von eigenen Ideen und Pl\u00e4nen wird in den Augen des Staates zum \u201eGesinnungsverbrechen\u201c, welches es zu bestrafen, zurechtzustutzen, mit aller Gewalt einzugliedern und letztendlich wegzusperren gilt.<\/p>\n<p>Doch wir wollen uns nicht \u00fcber die \u201ezu harte\u201c Gesetzgebung, die \u201eunzureichenden\u201c Beweise oder \u201ezu umfassende\u201c \u00dcberwachung beklagen, denn als Feinde dieser sozialen Ordnung haben wir nichts von ihr zu erwarten und wissen, dass Justiz und Polizei uns als eben diese behandeln. Wir verlassen uns nicht auf irgendwelche Gesetze oder Rechte, denn das hie\u00dfe die Stellung derjenigen zu akzeptieren, die Gesetze \u00fcber uns verh\u00e4ngen und die Macht haben uns Rechte zu geben und zu nehmen. Uns geht es nicht darum die Schuld oder Unschuld von irgendjemand zu beteuern, denn das w\u00fcrde hei\u00dfen die Logik von erlaubten und zu bestrafendem Verhalten zu \u00fcbernehmen. Auch wenn es diese Repressionsschl\u00e4ge nicht g\u00e4be, h\u00e4tten wir tausend Gr\u00fcnde gegen diese Ordnung zu revoltieren und so haben wir eben einen mehr. Wir k\u00f6nnen das Prinzip der Herrschaft und Bestrafung, egal ob es sich nun gegen Schwarzfahrer_innen, Anarchist_innen oder Drogenkonsument_innen richtet, nicht verstehen und \u00fcber uns ergehen lassen. Jede Kontrolle, jede Festnahme und Gef\u00e4ngniszellen, jede Anklagebank und jede Autorit\u00e4t ist eine zu viel.<\/p>\n<p>Das unverhohlene Gesicht dieser Herrschaft und insbesondere derer, die sie aus\u00fcben, zeigt sich am deutlichsten, wenn der kleine Stein der Revolte einen richtigen Aufstand in Bewegung bringt. Auch wenn in diesen Breitengraden wohl die meisten froh sind, Polizei und Richter_innen an ihrer Seite zu haben um vor blutr\u00fcnstigen Mitb\u00fcrger_innen gesch\u00fctzt zu werden, erleben beispielsweise in der T\u00fcrkei gerade massenhaft Menschen, was es hei\u00dft die Staatsgewalt praktisch in Frage zu stellen. Wenn die t\u00e4gliche Routine ins Stocken ger\u00e4t, greifen \u201eFreund und Helfer\u201c zu Tr\u00e4nengas, Schlagstock und Knarre um auf alles zu schie\u00dfen, was nicht bei drei auf den B\u00e4umen ist. In der T\u00fcrkei wurden dabei schon tausende verletzt und etliche ermordet, teilweise durch Pistolensch\u00fcsse aus n\u00e4chster n\u00e4he. Trotz der immer h\u00e4rteren Polizeigewalt und den von allen Seiten schallenden Aufrufen zur Bes\u00e4nftigung, str\u00f6men immer noch ohne Unterbrechung Menschen auf die Stra\u00dfe, brennen immer noch Barrikaden, treffen und helfen sich die Menschen immer noch gegenseitig und gibt es immer noch viele, die sich nicht vom Tr\u00e4nengas zur\u00fcckdr\u00e4ngen lassen. Wir empfinden Respekt f\u00fcr den Mut und die Entschlossenheit dieser Leute, die mit ihren Worten und Taten, auch uns Mut und Entschlossenheit geben. Wir empfinden Solidarit\u00e4t mit ihrem Aufstand, weil wir ihre Wut und Unzufriedenheit gegen\u00fcber den bestehenden Zust\u00e4nden teilen; weil wir in diesem Aufstand auch unser Verlangen nach Selbstbestimmung und Freiheit wiedererkennen. Denn, auch wenn die Gesellschaft hier in Deutschland vielleicht noch stabiler und reibungsloser wirkt, so beruht sie hier wie dort, wie praktisch \u00fcberall, auf genau denselben Prinzipien. Auf dem Befehlen und gehorchen, dem ausnutzen und ausgenutzt werden, der Pflicht und der Aufopferung. Prinzipien, von denen einige wenige auf Kosten der meisten anderen profitieren. Und wir beklagen uns hier nicht, dass wir, wie die meisten anderen, nicht unter jenen sind, die profitieren. Andere zu unterwerfen und auszunutzen, widert uns genauso an, wie uns zu unterwerfen und uns ausnutzen zu lassen. Uns geht es darum, dass wir kein Bock auf diese Prinzipien haben. Wir wollen ein v\u00f6llig anderes Leben, als das, in das man uns zw\u00e4ngen will. Die M\u00f6glichkeiten eines solchen Lebens, eines Lebens ohne Unterwerfung, sp\u00fcren wir, wenn wir revoltieren. Die Hartn\u00e4ckigkeit der Aufst\u00e4ndischen in der T\u00fcrkei hat, unserer Meinung nach, weniger damit zu tun, dass die Regierenden dort besonders korrupt oder ungeschickt herrschen, sondern vielmehr damit, dass immer mehr Menschen, durch die Erfahrung in der Revolte, eben diese Prinzipien, also die Herrschaft an sich in Frage stellen. Es ist vor allem darum, dass wir Solidarit\u00e4t mit diesem Aufstand empfinden.<br \/>\n<strong><br \/>\nViel Gl\u00fcck und Mut an alle Aufst\u00e4ndischen in der T\u00fcrkei und in aller Welt!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Schulter an Schulter f\u00fcr die Freiheit! &#8211; \u00d6zg\u00fcrl\u00fck icin omuz omuza!<\/strong><\/p>\n<p><strong>An die Bullen: Ihr sucht Zeugen, Hinweise oder Aussagen? Spucke k\u00f6nnt ihr kriegen!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nichts ist vorbei, alles geht weiter&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Anarchie!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00fcbernommen von linksunten.indymedia Am Donnerstag den 20.06. gab es in M\u00fcnchen eine kleine Spontandemonstration gegen Repression und in Solidarit\u00e4t mit den Aufst\u00e4ndischen in der T\u00fcrkei. Die kleine Meute zog lautstark die Lindwurmstra\u00dfe entlang Richtung Harras. 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