{"id":919,"date":"2009-08-06T23:04:37","date_gmt":"2009-08-06T22:04:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=919"},"modified":"2010-10-25T09:29:24","modified_gmt":"2010-10-25T07:29:24","slug":"mit-dem-hubschrauber-aus-dem-knast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/mit-dem-hubschrauber-aus-dem-knast","title":{"rendered":"Mit dem Hubschrauber aus dem Knast"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-966\" title=\"hubschrauber-am-himmel\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-am-himmel-250x186.png\" alt=\"hubschrauber-am-himmel\" width=\"250\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-am-himmel-250x186.png 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-am-himmel.png 295w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Seit es Kn\u00e4ste und Anstalten gibt, in denen Leute weggesperrt werden, gibt es Ausbr\u00fcche aus diesen. Entweder durch die Hilfe von drau\u00dfen oder durch eigene Kraftanstrengungen und meist mit ausgeknobelten Pl\u00e4nen und trickreichen Ideen. Mit dem Voranschreiten der technologischen Entwicklung werden auch gerne Hubschrauber zur Fluchthilfe benutzt. Erst vor wenigen Wochen geschah dies wieder einmal, diesmal in Belgien. Diesen und zwei weitere F\u00e4lle wollen wir vorstellen und deren Geschichte verbreiten. <\/p>\n<p>Insgesamt gab es weltweit bis zum heutigen Tage mehr als 30 Versuche Gefangene mittels von Hubschraubern zu befreien. In einem Fall wurden Waffen aus der Luft in den Knast geworfen, mit welchen sich die Inhaftierten nach drau\u00dfen k\u00e4mpften, in den anderen F\u00e4llen nahmen die Hubschrauber die Gefangenen an Bord und flogen mit ihnen davon. Es gab ein paar missgl\u00fcckte Versuche, zum Teil deswegen, weil sich zu viele Gefangene in und am Helikopter befanden und dieser nicht mehr starten konnte und abst\u00fctzte. Ein Gro\u00dfteil der Ausbr\u00fcche fand in Frankreich statt, hoch im Kurs liegen aber auch die USA, Belgien und Griechenland.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie m\u00f6glicherweise spektakul\u00e4rsten Ausbr\u00fcche waren die von Vasilis Paleokostas und Alket Rizai im Juni 2006 und im Februar 2009 aus dem Knast Korydallos in Athen,  jeweils auf die gleiche Art und Weise. Dazu mehr in einem <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/oops-he-did-it-again-%E2%80%93-vassilis-paleokostas-wieder-ausgebrochen\">\u00e4lteren Artikel<\/a> von uns.<\/p>\n<p><strong>Ausbruch aus belgischem Knast mit einem Hubschrauber<\/strong><\/p>\n<p>Am 23. Juli 2009 buchten zwei Personen eine Sightseeingtour mit einem Hubschrauber f\u00fcr die Region um Br\u00fcgge in Belgien. Als sie sich in den L\u00fcften befanden, befahlen sie dem Piloten, mittels einer vorgehaltenen Waffe, zum nahe gelegenen Knast zu fliegen. Dort landete der Hubschrauber und drei Inhaftierte kletterten hinein. Ein vierter musste zur\u00fcckgelassen werden, da kein Platz mehr f\u00fcr ihn war und der Pilot es ablehnte mit mehr als sechs Personen zu fliegen, er wurde von den Wachen festgenommen. Die drei anderen entkamen und landeten in der Umgebung von Br\u00fcgge, kidnappten ein Auto an einer Tankstelle und verschwanden.<\/p>\n<p>Die drei Entflohenen sa\u00dfen aufgrund von Bank\u00fcberf\u00e4llen im Knast und sollen die gef\u00e4hrlichsten Kriminellen Belgiens sein. Ashraf Sekkaki, einer der drei, gelang schon einmal vor f\u00fcnf Jahren die Flucht, wurde aber nach f\u00fcnf Monaten wieder inhaftiert. Die beiden anderen sind Mohammed Johry und Abdelhaq Melloul-Khayari, nach allen dreien wurde sofort nach Bekanntwerden des Ausbruchs eine Interpolfahndung eingeleitet. Die Person, welche den Hubschrauber anmiete, soll die Freundin eines der Entflohenen sein, sie ist ebenfalls untergetaucht. Am 2. August hie\u00df es von Seiten der Beh\u00f6rden in Belgien, dass die Entflohenen f\u00fcr vier Bank\u00fcberf\u00e4lle verantwortlich sein sollen, die Beute betr\u00e4gt mehr als 100.000 Euro. Einer der drei wurde am Morgen des 3. August in Br\u00fcssel wieder festgenommen, mit 20.000 Euro in der Tasche. Die anderen wurden sp\u00e4ter in Marokko festgenommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-uber-der-mauer-250x140.jpg\" alt=\"hubschrauber-uber-der-mauer\" title=\"hubschrauber-uber-der-mauer\" width=\"250\" height=\"140\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1013\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-uber-der-mauer-250x140.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-uber-der-mauer.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Bereits im Oktober 2007 gelang es dem inhaftierten Nordin Benallal, ein sogenannter Ausbrecherk\u00f6nig \u2013 dies war bereits seine vierte Flucht, mit Hilfe eines Helikopters aus einem belgischem Knast zu fliehen. Komplizen kidnappten einen Hubschrauber inklusive des Piloten und flogen zum Knast von Ittre und landeten im Hof, genau zu der Zeit, als alle Gefangenen gerade die Freistunde abhielten. Nordin stieg in den Hubschrauber, beim Abheben versuchten weitere Gefangene ebenfalls zu entkommen, indem sie sich an den Hubschrauber h\u00e4ngten. Dieser st\u00fcrzte aber aufgrund des Gewichtes ab und es gab eine Vielzahl an Verletzten. Die Komplizen zwangen daraufhin die Schlie\u00dfer unter Waffengewalt das Tor zu \u00f6ffnen und Nordin konnte trotzdem fliehen. Vor dem Knast stand ein auf ihn wartender Kleintransporter mit laufendem Motor, mit welchem sie davon fuhren. Nur drei Tage sp\u00e4ter wurde Nordin in den Niederlanden wieder festgenommen.<\/p>\n<p>Nur wenige Monate zuvor gelang einem anderen Gefangenen, dem Franzosen Erik Ferdinand, die Flucht aus einem belgischen Knast per gekaperten Helikopter.<\/p>\n<p><strong>1971: Der erste Ausbruch per Hubschrauber<\/strong><\/p>\n<p>Der erste bekannte Knastausbruch mit einem Hubschrauber geschah am 19. August 1971 in Mexiko-City. Im Knast Santa Martha Acatitla gab es eine Filmvorf\u00fchrung, zu welcher die Inhaftierten und der Gro\u00dfteil der 136 Wachen zusammen kamen, als im Hof ein Hubschrauber zur Landung ansetzte, welcher die gleiche Farbe, wie der des Justizministers hatte. Die Wachen vermuteten, dass es sich um einen unangemeldeten offiziellen Besuch handeln w\u00fcrde, aber die Realit\u00e4t sah anders aus. Als der Helikopter auf dem Boden aufgesetzt hatte, kamen zwei Gefangene aus der Zelle Nr. 10 gerannt und waren in weniger als zwei Minuten in der Luft, in der kurzen Zeit fielen keine Sch\u00fcsse, noch gab es Verletzte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-969\" title=\"breakout-filmplakat\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/breakout-filmplakat-166x250.jpg\" alt=\"breakout-filmplakat\" width=\"166\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/breakout-filmplakat-166x250.jpg 166w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/breakout-filmplakat.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 166px) 100vw, 166px\" \/>Einer der beiden Entflohenen war Joel David Kaplan, ein New Yorker Gesch\u00e4ftsmann, verurteilt wegen Mordes an seinem Gesch\u00e4ftspartner und behauptete felsenfest unschuldig zu sein und durch ein Komplott im Knast gelandet zu sein, der andere war sein Mitgefangener Carlos Antonio Contreras Castro, ein venezuelanischer F\u00e4lscher. Die Ausbruchspl\u00e4ne wurden erst am Tag vor der Flucht vollendet, als ein Amerikaner die Zelle Nr. 10 besuchte, begleitet von den Frauen der beiden Inhaftierten. Nach dem Flug mit dem Hubschrauber stiegen die beiden Entflohenen, auf einem in der N\u00e4he gelegenen Flugplatz, in eine kleine Cessna um, welche sie zu einem Flugplatz nahe der texanischen Grenze brachte. Zwei weitere Flugzeuge warteten bereits auf sie. Castro flog mit einer Maschine nach Guatemala, Kaplan flog nach Texas und dann weiter nach Kalifornien. Der Hubschrauber und die Cessna wurden sp\u00e4ter verlassen gefunden, gekauft wurden sie vor dem Ausbruch in den USA f\u00fcr eine gesch\u00e4tzte Summe vom 100.000 US Dollar.<\/p>\n<p>In Mexiko wurde der Justizminister Julio Sanchez Vargas dazu gezwungen zur\u00fcckzutreten und alle 136 Wachen wurden verh\u00f6rt. Die Filmvorf\u00fchrung war die erste nach \u00fcber zwei Jahren gewesen. Die beiden Entflohenen wurden nicht gefunden. Sp\u00e4ter schrieb David Kaplan ein Buch \u00fcber sein Erlebnis &#8211; \u201eThe 10-Second Jailbreak\u201c, welches 1975 verfilmt wurde unter dem Namen \u201eBreakout\u201c mit Charles Bronson in der Hauptrolle.<\/p>\n<p><strong>1973: Und wieder ein Ausbruch mit einem Hubschrauber<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-961\" title=\"hubschrauber-mountjoy-jail\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-mountjoy-jail-250x153.jpg\" alt=\"hubschrauber-mountjoy-jail\" width=\"250\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-mountjoy-jail-250x153.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/hubschrauber-mountjoy-jail.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Nur zwei Jahre sp\u00e4ter, am 31. Oktober 1973, gelang Gefangenen wieder eine Flucht aus einem Knast mit Hilfe eines Hubschraubers. Diesmal auf der anderen Seite des atlantischen Ozeans, in Irland, aus dem Mountjoy-Gef\u00e4ngnis in Dublin. Es wurden drei Personen aus der F\u00fchrungsebene der IRA befreit, die zum Teil erst seit einer kurzen Zeit im Gef\u00e4ngnis sa\u00dfen.<\/p>\n<p>Ein Mr. Leonhardt mietete wenige Tage zuvor einen Hubschrauber am Dubliner Flughafen, mit der Begr\u00fcndung am 31. Oktober Fotoaufnahmen der Umgebung aus der Luft machen zu wollen. An besagtem Tag flog der Pilot, wie verabredet zu einem Feld in der N\u00e4he, wo das Fotoequipment eingesammelt werden sollte. Stattdessen erschienen zwei bewaffnete und maskierte Personen, welche den Piloten unter Waffengewalt zwangen zum Knast in Dublin zu fliegen und allen Anweisungen Folge zu leisten.<\/p>\n<p>Der Hubschrauber landete innerhalb der Knastmauern nahe des D-Fl\u00fcgels, in welchem die politischem Gefangenen einsitzen, und wenige Augenblicke sp\u00e4ter kamen S\u00e9amus Twomey, JB O&#8217;Hagan und Kevin Mallon angelaufen und enterten den Helikopter. Die W\u00e4rter realisierten erst nicht was vor sich ging, da einige von ihnen dachte, dass es sich um einen Besuch des Verteidigungsministers handeln w\u00fcrde. Die Versuche der W\u00e4rter die Flucht zu verhindern wurden von den anderen Gefangenen, welche sich auf dem Hof befanden, vereitelt, indem diese die W\u00e4rter zum Teil k\u00f6rperlich angriffen. Der Pilot wurde angewiesen auf einer stillgelegten Rennstrecke au\u00dferhalb der Innenstadt von Dublin zu landen, dort wartete eine Auto, welches Stunden zuvor in der N\u00e4he entwendet wurde und brachte die Entflohenen in eine sichere Umgebung.<br \/>\nUnterdessen liefen die Gefangenen des Knastes immer fort auf dem Hof herum, um den Schlie\u00dfern das Ermitteln der Identit\u00e4t der Entflohenen zu erschweren. Erst nachdem die Gefangenen in die Zellen zur\u00fcckgekehrt waren, konnte festgestellt werden wie viele und welche Gefangenen entkommen konnten.<\/p>\n<p>In Belfast gab es daraufhin unz\u00e4hlige Freudenfeste, hingegen es in Dublin \u00fcber 300 Hausdurchsuchungen auf der Suche nach den drei Entkommenen gab. In allen Teilen der Welt verursachte der Ausbruch Schlagzeilen und brachte die Regierung in eine missliche Lage. Alle restlichen IRA-Gefangenen wurden in ein anderes Gef\u00e4ngnis verlegt. Der erste der drei Entflohenen wurde im Dezember des selben Jahres wieder festgenommen, der n\u00e4chste im Jahr 1975 und der letzte im Dezember 1977. Es konnte nie ermittelt werden, wer dieser mysteri\u00f6se Mr. Leonhardt war. Die &#8220;Irish Rebel Music&#8221;-Band the Wolfe Tones setzte den Ausbruch musikalisch um: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=K8a2D_Yi8JA\">The Helicopter Song<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit es Kn\u00e4ste und Anstalten gibt, in denen Leute weggesperrt werden, gibt es Ausbr\u00fcche aus diesen. Entweder durch die Hilfe von drau\u00dfen oder durch eigene Kraftanstrengungen und meist mit ausgeknobelten Pl\u00e4nen und trickreichen Ideen. 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