{"id":9204,"date":"2013-07-15T13:11:01","date_gmt":"2013-07-15T12:11:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=9204"},"modified":"2014-12-19T19:55:20","modified_gmt":"2014-12-19T18:55:20","slug":"keine-moslembrueder-kein-militaer-die-revolution-geht-weiter-ein-anarchistisches-statement-aus-kairo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/keine-moslembrueder-kein-militaer-die-revolution-geht-weiter-ein-anarchistisches-statement-aus-kairo","title":{"rendered":"&#8220;Keine Moslembr\u00fcder, kein Milit\u00e4r &#8211; Die Revolution geht weiter&#8221; \/ Ein anarchistisches Statement aus Kairo"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Egypt-riot.jpg\" rel=\"lightbox[9204]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-9205\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Egypt-riot-250x170.jpg\" alt=\"Egypt-riot\" width=\"175\" height=\"119\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Egypt-riot-250x170.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Egypt-riot.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a>Dieser Text wurde am 10. Juli auf der englischsprachigen website des <a href=\"http:\/\/tahriricn.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">Tahrir International Collective Network<\/a> ver\u00f6ffentlicht. \u00dcbersetzt wurde er von der <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/user\/1064\/blog\/\" target=\"_blank\">recherchegruppe aufstan<\/a>d, ver\u00f6ffentlicht auf <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/90702\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia<\/a>.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><span class=\"dropcap\">D<\/span>u bist also durcheinander? Vielleicht deshalb, weil die Komplexit\u00e4t jeder Gesellschaft, insbesondere an ihren Wendepunkten und im Prozess der Ver\u00e4nderung\u00a0 so konfus erscheint. Wie auch immer, lass uns Antworten auf einige Fragen und Vorhaltungen finden, die derzeit auftreten und uns eine andere Perspektive auf die gegenw\u00e4rtige Situation einnehmen.<\/p>\n<p>Erstens. War es eine Revolution oder nicht. Ja, es war und ist immer noch eine Revolution. Wenn du 30 Millionen hochmotivierte Menschen auf den Strassen siehst, kannst du nicht \u00fcber die isolierten Entscheidungen der Machthabenden sprechen.<br \/>\nTamaroud (<em>Bewegung der Rebellion, die die Unterschriftenkampagne gegen Mursi getragen hat, Anm. d. \u00dc.<\/em> ) ist eine Grasswurzelbewegung, auch wenn sie reformistisch ist und auch wenn sie schnell die Unterst\u00fctzung der wichtigsten Figuren der Opposition, die versuchen ihren Vorteil aus den Ver\u00e4nderungen herauszuschlagen , bekommen hat (dies ist offensichtlich und wir leben in der Realit\u00e4t) und sie ohne diese Unterst\u00fctzung nicht so erfolgreich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Es war Tamaroud, die die Gesellschaft und die politischen Parteien dazu gezwungen hat, mehr und radikalere Initiativen gegen die Moslembr\u00fcder in Gang zu setzen.<\/p>\n<p>Es war der Wille der Menschen, Mursi zu st\u00fcrzen und zwar wegen seines Anteils an dem Unverm\u00f6gen, irgendeine der Versprechungen der Revolution (<em>hier wird die Revolte gegen Mubarak gemeint, alle \u00e4gyptischen Lager sprechen in diesem Zusammenhang von einer Revolution, Anm. d. \u00dc.<\/em>)\u00a0 einzul\u00f6sen.<br \/>\nUnd auch wenn es jetzt zu einem Milit\u00e4rputsch gekommen ist, es war der Wille der Menschen, der das Milit\u00e4r dazu gezwungen hat, seine Position zu ver\u00e4ndern und sich gegen Mursi zu stellen.<\/p>\n<p>Zweitens. War es legal, Muris zu st\u00fcrzen oder nicht? Was f\u00fcr eine Frage. Aus einer anarchistischen Perspektive ist diese Frage v\u00f6llig irrelevant.<\/p>\n<p>Unser Ziel ist eine direkte Demokratie, wir streben eine Freiheit\u00a0 der Menschen an, die es ihnen erm\u00f6glichst, sich von allen unterdr\u00fcckenen Strukturen der Macht zu emanzipieren, die sie krank machen\u00a0und kontrollieren.<\/p>\n<p>Es geht nicht darum, gelegentlich die Freiheit der Wahl\u00a0 zu feiern, die uns von den Eliten gew\u00e4hrt wird und ihnen daf\u00fcr zu gestatten, weiterhin ungest\u00f6rt ihren Gesch\u00e4ften nachzugehen.<br \/>\nNochmals, es waren 30 Millionen Menschen auf den Strassen und diese Menschen haben das Recht, Alles und Jedes jederzeit ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen, sie m\u00fcssen nicht vier Jahre warten, bis ihnen wieder das Recht der Freiheit der Wahl einger\u00e4umt wird.<\/p>\n<p>Drittens. Verschw\u00f6rungstheorien. Das ist einfach nur \u00f6de.<\/p>\n<p>Es wiederholt die immer gleichen \u00f6den Geschichten von Menschen, die nach den selbigen suchen, um alles nur als Resultat geheimer Manipulationen zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Die Machthabenden werden immer nach Strategien suchen, um Einfluss auf die Geschehnisse aus\u00fcben zu k\u00f6nnen und um Kontrolle \u00fcber diese zu erlangen, um ihre Interessen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Araber waren nicht nur mit den Jahren des europ\u00e4ischen Kolonialismus und des US Imperialismus konfrontiert, sondern sie waren auch immer mit lokalen Konflikten konfrontiert, wenn Machthaber nach Jahrzehnten gest\u00fcrzt wurden und neue Akteure nach Macht und Kontrolle \u00fcber die Menschen strebten.<br \/>\nEine Realit\u00e4t ist die Macht des US Imperialismus in der Region, ebenso wie die Tatsache, dass niemand an die Macht kommen kann, ohne einen &#8220;Pakt mit dem Teufel&#8221; (USA) einzugehen und diese auch immer versuchen, den gr\u00f6ssten Profit aus der Entwicklung zu schlagen.<br \/>\nAber uns macht diese westlich-zentrierte und auch rassistische Sichtweise krank, dass die Araber<br \/>\nnicht die Herren ihres Schicksal sein k\u00f6nnen, ohne dass die USA die Bedingungen der Geschehnisse\u00a0 diktieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die simple Form der Verschw\u00f6rungtheorie birgt in sich die Idee, das die Menschen\u00a0 nicht \u00fcber ihr Leben selbst entscheiden k\u00f6nnen, sondern Marionetten sind, die von Halbg\u00f6ttern dazu gebracht werden,\u00a0 ein semivirtuelles Spiel zu spielen. Sie h\u00e4lt nur Def\u00e4tismus bereit auf die Frage, ob es m\u00f6glich ist, die Welt zu ver\u00e4ndern. Also bleibe lieber Zuhause. Wenn du raus gehst, nutzt dies nur den USA.<\/p>\n<p>Viertens. War es ein Milit\u00e4rputsch? Erneut, diese Frage ist absolut irelevant, nat\u00fcrlich hat das Milit\u00e4r die Macht \u00fcbernommen (und nat\u00fcrlich hat es diese Macht in der Vergangenheit niemals ganz abgegeben).<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich\u00a0 sind wir gegen das Milit\u00e4r, aber wir haben zur Kenntnis zu nehmen, dass die Macht\u00fcbernahme durch das Milit\u00e4r von den Menschen jubelnd begr\u00fcsst wurde und dies aus einer Vielzahl von Gr\u00fcnden.<br \/>\nAls die Menschen am 30 Juni auf die Strassen gegangen sind, bereit, diese nicht eher zu verlassen, bis Mursi gest\u00fcrzt ist, waren sei darauf eingestellt, das viel Blut fliessen w\u00fcrde, sie wussten um\u00a0 das Risko eines B\u00fcrgerkrieges, sie wussten um die Gefahr der massiven Konfrontation mit den Milizen der Islamisten.<\/p>\n<p>Deshalb gab es eine allgemeine Erleichterung, als die Armee die Szenerie betrat. Wir k\u00f6nnten die Menschen daf\u00fcr anklagen, aber wenn du ein Szenario vorziehst, bei dem die Menschen selbst den Pr\u00e4sidentenpalast st\u00fcrmen, gehe selbst dorthin und sterbe.<\/p>\n<p>Und auch wenn die Menschen\u00a0 gegen Mursi vereint waren, bedeutet dies nicht, das es unter ihnen wirkliche Einheit gibt, das es keine Fraktionierungen gibt, kein Streit \u00fcber die Ziele, es nicht sogar unter ihnen sonst teilweise offene Feindschaft gibt.<\/p>\n<p>Die Aufgabe, Mursi zu st\u00fcrzen, an die Armee abzutreten, bewahrte die Bewegung auch davor, sich \u00fcber unterschiedliche Ziele und unterschiedliche Interessen zu zerstreiten, bevor das Ziel, die Moslembr\u00fcder zu st\u00fcrzen, realisiert worden war.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich, wie in allen anderen L\u00e4ndern, will die Mehrheit der Gesellschaft keine wirklichen umfassenden Ver\u00e4nderungen, sondern Reformen und wird jede Chance ergreifen, die es ihr erm\u00f6glicht, sich von den B\u00fcrden der Politik wieder zu verabschieden und in ihr privates Leben zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Revolution\u00e4re gilt: Sie k\u00f6nnen nicht gleichzeitig gegen die Islamisten und die Armee k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re Selbstmord.<\/p>\n<p>Um sich mit den Islamisten konfrontieren zu k\u00f6nnen, mussten sie gegen\u00fcber der Armee Neutralit\u00e4t bewahren.<\/p>\n<p>Die Armee jetzt zum Ziel zu machen, w\u00fcrde es dieser gestatten, ihre Allianz mit den Islamisten aufrechtzuerhalten und die Bewegung w\u00fcrde zusammenbrechen.<\/p>\n<p>Die Konfrontation mit der Armee muss als eine weiteres Stadium der Entwicklung gesehen werden.<\/p>\n<p>Jetzt k\u00e4mpfen die Leute gegen die Islamisten, bald schon wird es Zeit f\u00fcr das Milit\u00e4r.<\/p>\n<p>Die Revolution geht weiter.<\/p>\n<p>F\u00fcnftens. War die Tamaroud Bewegung revolution\u00e4r? Selbstverst\u00e4ndlich nicht.<\/p>\n<p>Dies war von Anfang an offensichtlich. Ihre Ziele waren klar benannt: Neuwahlen und eine neue Verfassung.<br \/>\nUnd auch wenn man ihre Erfolge dabei, die Menschen mobilisieren zu k\u00f6nnen, anerkennen muss, ging es niemals um mehr als um klassische Demokratie.<\/p>\n<p>Wie schon gesagt, die meisten Leute wollen nur Reformen und genau wegen des nicht-radikalen wurde Tamaroud von so breiten Teilen der Bev\u00f6lkerung unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Und genau deshalb wurde sie\u00a0 auch von den wichtigsten Oppositionsparteien unterst\u00fctzt, die die M\u00f6glichkeit sahen, ihre Parlamentssitze schneller zu bekommen, als es auf jedem anderem Weg m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Auch ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Armee war keine \u00dcberraschung. Letztendlich wollen alle Parteien ihre Macht erweitern und um dies zu erreichen, brauchen sie ihren Unterdr\u00fcckungsapparat und einen Deal mit dem Milit\u00e4r.<\/p>\n<p>So wie es f\u00fcr die Moslembr\u00fcder notwendig war, den politischen Islam f\u00fcr \u00c4gypten und m\u00f6glicherweise f\u00fcr die gesamte Region zu diskreditieren, um an die Macht zu kommen, so ist es jetzt notwendig, dass die Menschen begreifen, dass weder die Oppositionsparteien, noch die Kontrolle der Armee ihr Leben positiv ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n<p>Hoffentlich kommen nun die Menschen an den Punkt zu erkennen, dass ihnen keine Form von repr\u00e4sentativer Demokratie Brot, Freiheit und soziale Gerechtigkeit bringen wird.<\/p>\n<p>F\u00fcnftens. Fuck the SCAF!<\/p>\n<p>Wir werden niemals vergeben. Wir werden niemals vergessen.<br \/>\nAktuell herrscht wieder das Milit\u00e4r. Die Herrschaft des Milit\u00e4rs war nie wirklich beendet, sie wurde nur mit den Moslembr\u00fcdern geteilt. Das Milit\u00e4r beherrscht wieder die Strasse und pr\u00e4sentiert seine exekutive Macht, die sie in den Schaufenstern im Namen des Volkes ausstellt.<br \/>\nWir erinnern uns sehr wohl an den Missbrauch des Einsatzes der Armee gegen alle, die ihre Unzufriedenheit oder einfach nur sich selber in den Strassen zeigten.<\/p>\n<p>Wir erinnern uns an die Schlachten in der Mohammed Mahmoud Strasse, die Verteidigung der &#8220;Jungfrauentests&#8221; (<em>General Sissi, Verteidigungsminister und F\u00fchrer des Putsches gegen Mursi, hatte die sexuellen \u00dcbergriffe gegen festgenommende Demonstrantinnen durch Armeeangeh\u00f6rige \u00f6ffentlich verteidigt, Anm. d. \u00dc.), <\/em>an die Brutalit\u00e4t gegen die &#8220;Frau in Blau&#8221; (<em>Bei einer der Erst\u00fcrmungen des Tahrir Platzes hatten Soldaten eine blau gekleidete Frau massiv misshandelt, die Bilder waren weltweit versendet worden, Anm. d. \u00dc<\/em>.) und an die Zeit der Milit\u00e4rgerichte.<\/p>\n<p>Wir haben nicht vergessen, dass ironischerweise genau auf den Tag vor zwei Jahren Millionen von \u00c4gyptern im ganzen Land auf die Strasse gegangen sind, um die Revolution zu verteidigen und um das Milit\u00e4r aufzufordern, die Macht wieder abzugeben.<\/p>\n<p>Wir haben die harte Unterdr\u00fcckung der Moslembr\u00fcder durch die Armee nicht bejubelt. Die Angriffe, die die Armee heute gegen die Islamisten (<em>Das Massaker an Dutzenden von Islamisten vor der Kaserne, in der Mursi vermutet wird, ist gemeint, Anm. d. \u00dc.<\/em>) durchf\u00fchrt, k\u00f6nnen sich morgen gegen alle richten, die morgen dem Regime im Weg stehen.<\/p>\n<p>Alle, die sich selber Antiautorit\u00e4re nennen, m\u00fcssen Stellung beziehen gegen staatliche Brutalit\u00e4t, wann immer und gegen wen immer sie auch angewendet wird.<\/p>\n<p>Es ist nicht zutreffend, dass die Unterst\u00fctzer der Moslembr\u00fcder friedfertige Demonstranten sind, viele sind mit Waffen auf die Strassen gegangen und haben die Menschen angegriffen. Aber es ist auch nicht zutreffend, dass alle Unterst\u00fctzer der Moslembr\u00fcder verr\u00fcckte Schweine sind, die Kinder von den D\u00e4chern werfen (<em>In Alexandria hatten Islamisten zwei Jungs, die v\u00f6llig unbewaffnet waren, vom Aufbau eines Daches aus 10 Meter in die Tiefe gestossen, dies war gefilmt und verbreitet worden, Anm.d. \u00dc.<\/em>).<br \/>\nAuch Frauen und Kinder sind auf den Pro &#8211; Mursi Demos, weil sie sich entrechtet f\u00fchlen, da ihre Stimme, die sie f\u00fcr Mursi abgegeben haben, nun entwertet wird.<\/p>\n<p>Am Abend dieses Tages wird (oder wird nicht) der politische Islam als politische Macht besiegt sein, aber die Realit\u00e4t ist, dass er nach wie vor viele Unterst\u00fctzer hat und wir Wege finden m\u00fcssen, um einen blutigen B\u00fcrgerkrieg zu vermeiden.\u00a0 In einer langfristigen Perspektive kann das, was die Islamisten heute erleben, morgen f\u00fcr sie arbeiten und sie bedingungslos zu unterdr\u00fccken, kann dazu f\u00fchren, dass sie sich als Opfer f\u00fchlen und M\u00e4rtyrer produzieren und das Ganze kann viel extremer als heute zur Explosion f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Armee ist die m\u00e4chtigste Institution im Land und es ist sehr schwierig, sie zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Jetzt ist nicht die Zeit daf\u00fcr, aber ohne die Milit\u00e4rjunta zu \u00fcberwinden und ohne all ihre Strukturen zu zerschlagen, wird es kein Ende des unterdr\u00fcckerischen Charakter des Staates geben, weder nach Innen, noch nach Aussen.<\/p>\n<p>Das letzte Kooperationsabkommen zwischen der \u00e4ygptischen Armee und Israel, sowie die Zerst\u00f6rung der Tunnel in den Gaza Streifen im Sinai hat gezeigt, das es keine Ver\u00e4nderung\u00a0in der \u00e4gyptischen Politik im Nahen Osten gibt.<\/p>\n<p>Die neue Macht in \u00c4gypten ist sowohl gegen Pal\u00e4stinenser vorgegangen, die ins Land gekommen sind, als auch gegen syrischen Fl\u00fcchtlinge, die verzweifelt Zuflucht suchen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht von Freiheit und Gerechtigkeit reden, solange \u00c4gypten seine besch\u00e4mende Unterst\u00fctzung an der Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser aufrecht erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die Revolution ist noch nicht beendet. Es macht auch keinen Sinn, sie f\u00fcr tot zu erk\u00e4ren, oder von der zweiten oder dritten Revolution zu reden.<br \/>\nDies alles ist Teil der selben Revolution, mit all ihren Abschnitten, Wendepunkten und ihrer Komplexit\u00e4t.<\/p>\n<p>Nur an den ersten Tagen einer Revolution sind alle vereint wie in einer gl\u00fccklichen Familie. Danach treten alle Unterschiede an die Oberfl\u00e4che.<br \/>\nIn \u00c4gypten leben 80 Millionen Menschen und es gibt viele politische, religi\u00f6se und ideologische Unterschiede.<\/p>\n<p>Selbst im revolution\u00e4ren Lager gibt es viele Widerspr\u00fcche, Verflechtungen und sich \u00fcberschneidende Ziele und Ideen.<\/p>\n<p>Es gibt keine Pralinenschachtel- Revolution.<\/p>\n<p>Der Kampf ist ein langer, komplizierter und brutaler Prozess. Am besten setzen wir unsere Energie dabei nicht ein, indem wir die rivalisierenden Machtk\u00e4mpfe und die intellektuellen Reflexionen dar\u00fcber analysieren, sondern indem wir die antiautorit\u00e4ren Tendenzen im Prozess unterst\u00fctzen, in der Hoffnung, das diese wachsen und st\u00e4rker werden.<\/p>\n<p>Ja, die Revolution macht konfus. Aber das ist normal. Um eine eindeutige Vorstellung zu haben, musst du hundert Jahre warten, um diese dann in den Schulb\u00fcchern lesen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Du bist also durcheinander? 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