{"id":9214,"date":"2013-07-16T19:41:43","date_gmt":"2013-07-16T18:41:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=9214"},"modified":"2014-12-19T19:54:12","modified_gmt":"2014-12-19T18:54:12","slug":"interview-mit-dem-eingekerkerten-blog-culmine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/interview-mit-dem-eingekerkerten-blog-culmine","title":{"rendered":"Interview mit dem eingekerkerten Blog &#8220;Culmine&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/culmine.jpg\" rel=\"lightbox[9214]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-9218\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/culmine-250x98.jpg\" alt=\"culmine\" width=\"250\" height=\"98\" srcset=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/culmine-250x98.jpg 250w, https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/culmine.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><span class=\"dropcap\">A<\/span>m 13. Juni 2012 begann der italienische Staat mit einer <a title=\"Gro\u00dfe repressive Operation gegen italienische AnarchistInnen\" href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/grose-repressive-operation-gegen-italienische-anarchistinnen\" target=\"_blank\">Repressionswelle gegen Dutzende AnarchistInnen<\/a>. Sie nennen es <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/operazione-ardire\" target=\"_blank\">\u201eOperazion Ardire\u201c (Operation K\u00fchnheit)<\/a>. Es fanden 40 Razzien in verschiedenen St\u00e4dten Italiens statt, acht GenossInnen wurden verhaftet. Insgesamt existieren 24 Anklagen, darunter auch Anklagen gegen inhaftierte Anarchisten, die zu diesem Zeitpunkt in der <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/marco-camenisch\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a>, in <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/gabriel-pombo-da-silva\" target=\"_blank\">Deutschland (inzwischen Spanien)<\/a> und Griechenland sitzen. Es geht um das Konstrukt einer &#8220;terroristischen Vereinigung&#8221;. Eingeknastet wurde auch der anarchistische Blog &#8220;Culmine&#8221;. Dieses Interview erschien im Original in &#8220;Aversi\u00f3n&#8221; &#8211; publicaci\u00f3n anarquista &#8211; n. 8, Mai 2013.<\/em><\/p>\n<p><em>1. -AVERSI\u00d3N: In den letzten Jahren, aus Gr\u00fcnden die jenseits dieser Analyse liegen und die eher mit der aktuellen Ausrichtung des Systems zu tun haben, die aber offensichtlich unsere Verhaltensweisen betreffen, sind Blog und Webseiten entstanden, die die Aufgaben \u00fcbernommen haben, die bis jetzt von unseren Zeitschriften wahrgenommen wurden.<\/em><br \/>\n<em> Inwiefern denkt ihr hat das die K\u00e4mpfe und ihre Wahrnehmung beeinflusst?<\/em><\/p>\n<p>-CULMINE: Wir sind fest \u00fcberzeugt, dass wir im Anarchismus eine neue Periode erleben. Die Blogs und Webseiten erlauben die schnelle Verbreitung von Erkl\u00e4rungen, Texten und Ausarbeitungen in alle Teile des Planeten, und erlauben den Austausch von Ideen und Vorschl\u00e4gen unter GenossInnen, die wahrscheinlich nie die M\u00f6glichkeit haben werden sich k\u00f6rperlich zu begegnen. Es handelt sich um eine regelrechte Revolution in den Beziehungen unter AnarchistInnen. Wir sind uns der Limiten dieser neuen Verhaltensweise durchaus bewusst, sowohl weil die Gefahren die man eingeht sehr hoch sind, wie mit \u201eCulmine\u201c geschehen, der sich jedenfalls nicht zur Anonymit\u00e4t entschieden hat. Der anarchistische Blog \u201eCulmine\u201c wurde am 13. Juni 2012 auch wegen seiner Gegeninfoarbeit eingekerkert.<br \/>\nDer Diskurs \u00fcber die K\u00e4mpfe und ihre Wahrnehmung ist eher komplex. Man muss von der Tatsache ausgehen, dass heutzutage -2013- alle Bewegungen Internet benutzen: politische, \u00f6kologische, kulturelle und sogar antitechnologische (dieses Paradoxon w\u00fcrde eine vertiefte Behandlung verdienen, aber nicht hier). Auch innerhalb des Anarchismus haben praktisch alle Gruppen jeglicher Tendenz mit dem Netz zu tun, doch k\u00fcrzlich kam es, mit b\u00f6sen Folgen, zur krassen Verbreitung der sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook. Jedenfalls waren wir nie der Meinung, die Gegeninfoblogs sollten die papiernen Publikationen ersetzen.<\/p>\n<p><em>2. A: Es scheint, dass zurzeit Internet etliche Aspekte unserer Existenz umfasst und die zwischenmenschlichen Beziehungen radikal beeinflusst und enorm zur Isolierung, zur Atomisierung und Entfremdung beitr\u00e4gt. Meint ihr nicht auch, dass es im anarchistischen Milieu an kritischen Positionen zu diesem Instrument mangelt?<\/em><\/p>\n<p>-C: Klar, Internet ist stark in den Existenzen von uns allen pr\u00e4sent, AnarchistInnen mit eingeschlossen, wir brauchen dieses Instrument im Alltag auch zum reisen oder lesen einer Tageszeitung. Es gibt keine Positionen einer starken und harten Kritik und Ablehnung dieser Technologie. Aber wir glauben, dass es mit einigen kritischen Analysen und der Ablehnung des Netzes durch ein von elit\u00e4rem Snobismus gepr\u00e4gtes Verhalten der Wenigen, die alles geschnallt haben, auch nicht getan ist. Auch wir finden das Problem bzw. die Gefahr dringlich, dass wir uns immer mehr ab-isolieren und jeden Aspekt des Kampfes virtualisieren, auch die zwischenmenschliche Auseinandersetzung, aber gleichzeitig h\u00f6ren nicht auf uns vorzustellen, welche Potenzialit\u00e4t eine Verbreitung unserer ikonologischen Ideen und Praktiken in allen Winkeln des Planeten hat. Was eher fehlt, ist eine geh\u00f6rige Reflektion \u00fcber die Gestaltung unserer Existenz ohne jegliche Virtualit\u00e4t. Es geht schlussendlich um das Dilemma der Antizivilisation, das noch zu stark im aktuellen Modell unserer Gesellschaft verankert ist. Dazu hat \u201eCulmine\u201c mehrmals seine Wertsch\u00e4tzung dieser Thematik unter Beweis gestellt, einen eigenen Reflektionstext jedoch auf unbestimmte Zeit vertagt. Wir setzen voraus, dass es aktuell sehr schwierig ist, sowas schnell und gemeinsam auszuarbeiten, aber schliessen nicht aus, dass wir es bald tun werden.<\/p>\n<p><em>3.A: Ganz konkret, \u201eCulmine\u201c ist der erste bekannte Fall einer Repression gegen einen anarchistischen Gegeninfo-Blog. Wieso das, was meint ihr? Warum \u201eCulmine\u201c und nicht andere Blogs und Seiten?<\/em><\/p>\n<p>-C: Erstens geht es bei der Repression gegen \u201eCulmine\u201c um die italienische Antiterrorismusgesetzgebung als Erbe der Sondergesetze, die in den sog. \u201ebleiernen Jahren\u201c eingesetzt wurden. Man muss klarstellen, dass wir von \u201eCulmine\u201c nicht nur wegen der \u00dcbertretung von Informations- oder Apologiegesetzen angeklagt sind, sondern auch der Planung, Finanzierung und materiellen Ausf\u00fchrung der Sprengstoffattentate. Warum \u201eCulmine\u201c und nicht andere Blogs? Weil, unserer Meinung nach, \u201eCulmine\u201c in all den Jahren seines Bestehens sich charakterisierte indem es keine der aus der ganzen Welt kommenden Aktionsbekennungen je zensierte und auch den vielen anarchistischen Gefangenen eine Stimme gab. Wobei wir nicht alleine sind, wir haben die Entstehung vieler anderer Blogs und Webseiten erlebt, mit denen wir Reflektionen und Erfahrungen geteilt haben. Die Einkerkerung von \u201eCulmine\u201c ist ein w\u00fcstes Signal der Repression da es ein Szenarium ist, das sich auch f\u00fcr andere \u00e4hnliche Erfahrungen auf der Gegeninfoebene wiederholen kann. Vielsagend ist, z.B., dass gem\u00e4ss Anklage unsere Uneinsicht nach der Durchsuchung vom 29. M\u00e4rz 2012 (als Ansage einer verst\u00e4rkten Repression) belegt worden sei, indem wir danach unverz\u00fcglich eine Erkl\u00e4rung verteilt h\u00e4tten und die anderen Blogs \u00fcber den Vorfall und den Angriff gegen \u201eCulmine\u201c aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p><em>4. A: Eine latente Frage zu diesem Thema ist die Zeit. Internet zwingt dich zur konstanten Aktualisierung und das Ganze l\u00e4uft in einem Tempo ab, das die menschlichen F\u00e4higkeiten bei weitem \u00fcbertrifft. Welchen Sinn hat es in Echtzeit zu wissen, was auf dem ganzen Planeten geschieht? Unsere F\u00e4higkeit zum Eingriff in die uns am n\u00e4chsten stehende Wirklichkeit ist an sich schon \u00e4usserst begrenzt. Bis zu welchem Punkt kann das denselben Beschleunigungswahn verursachen, mit dem sich z.B. die technologischen Apparate oder die Moden ver\u00e4ndern, die pl\u00f6tzlich ihren Wert verlieren oder bedeutungslos werden?<\/em><\/p>\n<p>&#8211; C: Das Problem der andauernden Aktualisierung und Tatsache ist, dass ein nicht regelm\u00e4ssig aktualisierter Blog nicht mehr besucht wird. Wichtig ist, dass die BetreiberInnen eines Blog das eingehende Material intelligent und sorgf\u00e4ltig selektionieren und gewissen Posts mehr oder weniger Raum und Gewicht geben. Klar, wir k\u00f6nnen gewiss \u00fcberleben (und nat\u00fcrlich weiterk\u00e4mpfen und Gegeninfo machen) ohne zu wissen, was in Echtzeit auf der anderen Seite der Welt geschieht. Aber die Idee ist und bleibt, dass der Austausch an Infos und Erfahrungen, wie es in den letzten Jahren der Fall war, f\u00fcr die anderen Realit\u00e4ten eine Anregung sein kann. Es gibt jedoch eine Grenze die man nicht \u00fcberschreiten darf, sonst verf\u00e4llt man der Virtualit\u00e4t des Kampfes und der totalen Virtualit\u00e4t der zwischenmenschlichen Beziehungen. Daher meinen wir, dass die Mobilisierungen \u00fcber Twitter z.B. wegen der extremen Schnelligkeit und Zur\u00fcckverfolgbarkeit keinerlei Reflexion erm\u00f6glichen, obwohl es nunmehr bei Kundgebungen am h\u00e4ufigsten eingesetzt wird und sogar die SMS \u00fcberfl\u00fcgelt hat.<\/p>\n<p><em>5. A: Eine neue Konzipierung des stark vom Netz beeinflussten Anarchismus der Aktion ist klar ersichtlich. Es gibt Diskurse und Verhaltensweisen, die, obwohl man nicht alle als \u201esch\u00e4dlich\u201c bezeichnen kann, doch auch Dynamiken hervorrufen die an schlecht umgesetzte Nachahmungen und andere an reine \u201eSpielchen im Netz\u201c erinnern.<\/em><\/p>\n<p>&#8211; C: In den letzten Jahren ist ein neues Verst\u00e4ndnis, eine neue Art und Weise des Erlebens des Anarchismus aufgekommen; es ist eine derart neue Erscheinung, dass sie unm\u00f6glich einzuordnen ist und Definitionen k\u00f6nnen in dieser Phase irref\u00fchrend sein. Doch eine der \u00fcblichsten Bezeichnungen ist \u201eAnarchismus der Aktion\u201c: unserer Meinung nach kann man nicht sagen, dass das Netz die neue Konzipierung beeinflusst habe, sondern eher dass es deren Tragweite, die verschiedene Differenzierungen und gemeinsamen Nenner schneller verbreitet hat. Was an sich keine Neuigkeit ist; schon in der Vergangenheit gab es Perioden, in denen der Anarchismus der Aktion seine Stimme durch Attentate, Exekutionen, Sabotagen und sogar Geiselnahmen erhob. Neu gegen\u00fcber der Vergangenheit ist nur die Verbreitung der Aktionserkl\u00e4rungen in Echtzeit an allen Orten des Planeten und in der m\u00f6glichen Einsicht durch andere Individuen und Gruppen der Aktion mit denselben Zielen. Auch in diesem Fall geht es um schon gesehene Ph\u00e4nomene: das eklatanteste Beispiel, aber es gibt viele andere, ist die internationale Kampagne f\u00fcr Sacco und Vanzetti. In verschiedenen teilen des Planeten warteten Individuen und Gruppen auf Neuigkeiten aus dem nordamerikanischen Todestrakt: damals war das Kommunikationsmittel der Telegraph, heute ist es Internet. Nat\u00fcrlich gibt es mit dieser neuen Herangehensweise viele Probleme, die es zu l\u00f6sen gilt. Nur zu wahr ist, dass es viel oberfl\u00e4chliche Analysen gibt und aus dem Nichts Gestalten auftauchen, die einem anarchistischen Werdegang v\u00f6llig fremd (und entsprechend vorsichtig zu geniessen) sind. Auch nicht untersch\u00e4tzt werden d\u00fcrfen die Sprachschwierigkeiten, sei es wegen schlechten oder oberfl\u00e4chlichen \u00dcbersetzungen (immer mehr auch mit automatischen \u00dcbersetzungsprogrammen, die unserer Ansicht nach nur notfallm\u00e4ssig eingesetzt werden sollten), sei es wegen schlecht assimilierten Begriffen. Ein Beispiel k\u00f6nnte uns hier helfen: im Anarchismus der Aktion spricht man oft von der Stadtguerilla und von bewaffnetem Kampf. Aktuell haben wir keine Instrumente dessen, was z.B. in Griechenland abl\u00e4uft und sicher bestehen weder in Italien noch in verschiedenen anderen L\u00e4ndern die Voraussetzungen um von Stadtguerilla und bewaffneten Kampf zu sprechen. Auch \u00fcber den Begriff Nihilismus gibt es ein grosses Durcheinander (bis zu dem Punkt, dass einige PseudonihilistInnen soweit gegangen sind, jegliche Ethik zu verneinen und sogar Schandtat T\u00fcr und Tor zu \u00f6ffnen) und \u00e4hnliche Zweideutigkeiten kommen auch \u00fcber den Begriff des anarchistischen Antijuristismus auf! Solche Fragw\u00fcrdigkeiten effektiv zu unsympathischen \u201eSpielchen im Netz\u201c degenerieren, denen \u201eCulmine\u201c jedenfalls nie Raum gew\u00e4hrt hat.<\/p>\n<p><em>6. A: Viele von uns sind im Anarchismus durch Debatten, Briefe an Gefangene, Brosch\u00fcren, Umgang in anarchistischen Bibliotheken, Beitr\u00e4ge an Zeitschriften auf der anderen Seite des Planeten, Gespr\u00e4che mit alten Saboteuren und Guerillas, etc. gewachsen&#8230;aber die Bildung findet heute gr\u00f6sstenteils durch Blogs oder soziale Netzwerke statt. Was meint ihr dazu?<\/em><\/p>\n<p>&#8211; C: Dass die heutige \u201eBildung\u201c gr\u00f6sstenteils \u00fcber Internet l\u00e4uft, ist unbestreitbar aber es ist sicher auch eine Frage der Generation (jede historisch-soziale Periode nutzt die bestehenden Mittel). Wir von \u201eCulmine\u201c kamen auf die Betreibung eines Blog nach einem Weg in der italienischen anarchistischen Bewegung, der lange vor dem Aufkommen des Netzes begonnen hat. Was wir uns heute zutrauen zu sagen ist, dass wer zu einer sich als revolution\u00e4r begreifenden Bewegung geh\u00f6rt, jederzeit die F\u00e4higkeit zur vielleicht auch gewaltt\u00e4tigen Wechselwirkung mit der eigenen sozialen Umgebung haben muss. Auf einmal auf Internet und alle anderen technologischen Mittel zu verzichten, ist absolut undenkbar (wenn in einer antizivilisatorischen Optik auch ideal). Jene die sich mit Gegeninfo besch\u00e4ftigen sind die, die ihre besten Energien aufbieten m\u00fcssen damit die Blogs und Webseiten Artikel, B\u00fccher, vertiefte und sorgf\u00e4ltige Abhandlungen anbieten k\u00f6nnen; vorerst gibt es keinen anderen Weg. Ganz anders ist der Diskurs \u00fcber die nicht unmittelbaren Perspektiven. Man kann sich fragen wie es zu dieser Lage gekommen ist, aber diese Analyse, die geb\u00fchrend selbstkritisch sein muss, umfasst die letzten Jahrzehnte des weltweiten Anarchismus. Und wir denken, dass die Reflektion auf dieser Ebene auf andere Themen ausgeweitet werden muss, \u00fcber das der technologischen Abh\u00e4ngigkeit hinaus: welcher Anarchismus? Insurrektionalismus oder Individualismus? Anarchistischer Antijuristismus und bis zu welchem Grad ist man antijuristisch? Sozial oder antisozial?<\/p>\n<p><em>7. A: Diese Interview versucht wie ein in die Luft geworfener Stein zu sein, mit dem Zweck eine Debatte ins Leben zu rufen. Wollt ihr noch etwas anf\u00fcgen?<\/em><\/p>\n<p>&#8211; C: Uns ist es wichtig zu kommunizieren, dass was mit \u201eCulmine\u201c geschehen ist, nicht etwa von einer unvorsichtigen Handhabung unsererseits irgendeiner Netzwerk-Anonymisierung verursacht wurde. Unser Blog war \u00f6ffentlich, im Sinne dass wir unsere Identit\u00e4t nie versteckt haben und sogar an verschiedenen \u00f6ffentlichen anarchistischen Debatten und Initiativen teilgenommen haben. Unsere Vorstellung ist, dass die Individuen, die anarchistische Blogs betreiben, umso mehr wenn sie sich mit Aktionserkl\u00e4rungen und Texten von Gefangenen besch\u00e4ftigen, in der Bewegung bekannt sein m\u00fcssen: Fehler macht man viele, man muss imstande sein, sie einzur\u00e4umen. Mehr als einmal sind wir, z.B., \u00fcber falsche Erkl\u00e4rungen gestolpert, die von Fabulierungss\u00fcchtigen oder den Bullen kamen und das ist ein sehr hohes Risiko f\u00fcr die, die sich mit einem Blog besch\u00e4ftigen. Auch in diesem Falle ist die in jahrelangen K\u00e4mpfen gesammelte Erfahrung hilfreich zur richtigen Einsch\u00e4tzung der Echtheit der Texte, mit denen man es zu tun hat. Uns war immer wichtig die Quelle unserer Posts anzugeben und auch die \u00dcbersetzerInnen, die uns von Fall zu Fall halfen, aber das geh\u00f6rt f\u00fcr uns zu einem korrekten und nicht oberfl\u00e4chlichen modus operandi, der genauso f\u00fcr papierne Publikationen gilt. Trotz der Repression, trotz den langen Monaten Untersuchungshaft in Hochsicherheitstrakten verleugnen wir die von \u201eCulmine\u201c in diesen Jahren geleistete Arbeit nicht und w\u00fcnschen, dass andere Blog mit Gegeninfo weitermachen k\u00f6nnen. Gleichfalls sind wir an einer kritischen und konstruktiven Reflexion innerhalb der internationalen anarchistischen Bewegung mehr als interessiert.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/stefano-fosco\" target=\"_blank\">Stefano Fosco<\/a><br \/>\nIndividualistischer anarchistischer gefangener,<br \/>\nc\/c Ferrara, Via Arginone 327, 44122 Ferrara<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8211; <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/tag\/elisa-di-bernardo\" target=\"_blank\">Elisa Di Bernado<\/a><\/strong><br \/>\n<strong> Anarchistische Gefangene,<\/strong><br \/>\n<strong> c\/c Rebibbia Femminile, Via Bartolo Longo 92, 00156 Roma<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 13. Juni 2012 begann der italienische Staat mit einer Repressionswelle gegen Dutzende AnarchistInnen. Sie nennen es \u201eOperazion Ardire\u201c (Operation K\u00fchnheit). 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