{"id":9407,"date":"2013-09-29T20:50:06","date_gmt":"2013-09-29T19:50:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=9407"},"modified":"2014-12-19T19:36:06","modified_gmt":"2014-12-19T18:36:06","slug":"anti-knast-tage-2013-vom-15-bis-17-november-in-bielefeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/anti-knast-tage-2013-vom-15-bis-17-november-in-bielefeld","title":{"rendered":"Anti-Knast-Tage 2013 vom 15. bis 17. November in Bielefeld"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Antiknasttage-Bielefeld_banner.jpg\" rel=\"lightbox[9407]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-9545\" title=\"Anti-Knast-Tage 2013 vom 15. bis 17. November in Bielefeld\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Antiknasttage-Bielefeld_banner.jpg\" alt=\"Anti-Knast-Tage 2013 vom 15. bis 17. November in Bielefeld\" width=\"150\" height=\"83\" \/><\/a>Aufruf zu den Anti-Knast-Tagen 2013 vom 15. bis 17. November in Bielefeld<\/strong><\/p>\n<p><em>Die Angst vor den f\u00fcrchterlichen Konsequenzen, dem Knast,<br \/>\nh\u00e4lt den Hass auf die Barbarei in Gewaltfantasien gefangen.<\/em><\/p>\n<p><span class=\"dropcap\">D<\/span>er Knast ist eines der sch\u00e4rfsten Instrumente, die der Staat in seinem Arsenal gegen all jene bereit h\u00e4lt, die sich nicht an seine Regeln halten oder diese bewusst brechen.<\/p>\n<p>Wer einen Blick hinter die Gef\u00e4ngnismauern wirft, sieht wie Fremdbestimmung, Isolation, Monotonie, schleppende Routine und Langeweile, den Alltag der Gefangenen pr\u00e4gen. Damit wird versucht, die inhaftierten Menschen zu brechen, wieder auf Linie zu bringen, was offiziell Resozialisierung genannt wird. Das bedeutet im Klartext, Menschen so zu bearbeiten, dass sie wieder ein funktionierender Teil der Gesellschaft werden und auf dem Arbeitsmarkt ausgebeutet werden k\u00f6nnen. Resozialisierung hei\u00dft aber auch mit Gewalt, mit physischer und psychischer Folter, gegen jene, die sich auch im Knast nichts vorschreiben lassen, vorzugehen.<br \/>\nWer nach Jahren im Gef\u00e4ngnis dann immer noch nicht dem gew\u00fcnschten Bild entspricht und sich wehrt, kann, wenn im Urteil ein entsprechender Vorbehalt formuliert ist, von anschlie\u00dfender Sicherungsverwahrung (SV) bedroht sein. In dieser k\u00f6nnen Menschen auf Ewig hinter Stahl und Beton verwahrt werden; zum vermeintlichen Schutz der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Der Knast wirkt abschreckend und einsch\u00fcchternd. Wie das Schwert Damokles\u2019 h\u00e4ngt er stets \u00fcber jeder_jedem Einzelnen und sitzt dir im Hinterkopf, wenn du f\u00fcr Essen nicht bezahlst, im Supermarkt Sachen einsteckst, wenn du ohne Ticket f\u00e4hrst, wenn du ohne Steuern zu zahlen einer Arbeit nachgehst, wenn du Dinge auf illegalisierte Weise \u00fcber L\u00e4ndergrenzen transportierst\u2026 sei es, dass du durch deine Situation dazu gezwungen bist, weil du kein Geld hast oder dich einfach daf\u00fcr entscheidest.<br \/>\nIm Besonderen sind von Knast Menschen betroffen, die nicht die \u201epassenden\u201c Ausweispapiere besitzen. Wer beispielsweise in der BRD ohne \u201elegalen\u201c Aufenthaltsstatus aufgegriffen wird, kann vor der Abschiebung in ein anderes Land, Wochen oder Monate in einen Abschiebeknast gesperrt werden.<br \/>\nNicht zu Letzt sollten wir uns als Anarchist_innen \/ Linksradikale mit dem Knast auseinandersetzen. Sind wir doch von ihm akut bedroht, sollten wir bei illegalen Aktionen oder auf Demos festgenommen werden oder sei es, dass wir in das Raster aktueller Konstrukte in Ermittlungsverfahren passen.<\/p>\n<p>Die Angst gepackt und am Ende eingesperrt zu werden, soll dazu f\u00fchren, dass die vorherrschenden Regeln und Gesetze eingehalten werden; soll damit eben Denken au\u00dferhalb dieser direkt vermeiden.<br \/>\nSomit dient der Knast der Herrschaftssicherung, der Kontrolle und Befriedung, der pr\u00e4ventiven Aufstandsbek\u00e4mpfung, denn er l\u00e4sst unm\u00f6glich erscheinen, was unumg\u00e4nglich, was unbedingt n\u00f6tig ist. Der Verweigerung, dem Bruch mit dem System, seinen Regeln und Gesetzen.<br \/>\nDarum besch\u00e4ftigt uns das Thema Knast nicht aufgrund des Wunsches nach Verbesserung bestimmter Missst\u00e4nde in gewissen Kn\u00e4sten \u2013 ohne Frage sind diese zwar zahlreich, doch kann die Reform nicht unser Ziel sein. Knast ist ein zentraler Aspekt zur Wahrung der bestehenden Verh\u00e4ltnisse. Verh\u00e4ltnisse, die gepr\u00e4gt sind von Macht, Herrschaft und Unterdr\u00fcckung. Wo Konsum als Gl\u00fcck und Vereinzelung als individuelle Freiheit definiert wird. Wo der Verkauf der eigenen Arbeitskraft nicht weg zu denken ist und wo alle die davon abweichen und die Welt um sich herum in Frage stellen und nicht tatenlos hinnehmen, mit Repression zu rechnen haben.<\/p>\n<p>Wenn wir mit diesen Werten brechen und die bestehenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse auf den Kopf stellen wollen, wenn uns der Kampf um Freiheit und um eine herrschaftsfreie Gesellschaft ernst ist, wenn wir aus dem heraus den Kapitalismus und das Patriarchat angehen wollen, dann muss auch das Gef\u00e4ngnis, als ein wesentlicher Bestandteil der herrschenden Ordnung und seiner Systematik der Unterdr\u00fcckung und Erniedrigung, von uns als solcher begriffen und konsequent verneint werden.<\/p>\n<p>Welche weiteren Aspekte hat das Knastsystem?<br \/>\nWer profitiert vom Knast?<br \/>\nWas k\u00f6nnen wir tun? Und was sind unsere Ans\u00e4tze gegen dieses System des Wegsperrens?<\/p>\n<p>Diese und andere Fragen sollen auf den Anti-Knast-Tagen diskutiert werden. Darum laden wir euch ein am Wochenende vom 15. \u2013 17.11. in das AJZ nach Bielefeld zu den Anti-Knast-Tagen 2013 zu kommen.<\/p>\n<p>weitere Infos: <a href=\"https:\/\/infoladenanschlag.wordpress.com\/anti-knast-tage\/\" target=\"_blank\">infoladenanschlag.wordpress.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Knast ist eines der sch\u00e4rfsten Instrumente, die der Staat in seinem Arsenal gegen all jene bereit h\u00e4lt, die sich nicht an seine Regeln halten oder diese bewusst brechen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":9545,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[25,297,462,453],"tags":[526,38,606,37,374],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9407"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9407"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10232,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9407\/revisions\/10232"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9545"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}