{"id":9761,"date":"2013-12-20T23:19:54","date_gmt":"2013-12-20T22:19:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-berlin.net\/?p=9761"},"modified":"2014-12-24T10:15:51","modified_gmt":"2014-12-24T09:15:51","slug":"gabriel-pombo-da-silva-von-januar-bis-oktober-der-kampf-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/gabriel-pombo-da-silva-von-januar-bis-oktober-der-kampf-geht-weiter","title":{"rendered":"Gabriel Pombo da Silva: Von Januar bis Oktober \/ Der Kampf geht weiter"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Gabriel-Pombo-da-Silva.jpg\" rel=\"lightbox[9761]\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Gabriel Pombo da Silva, spanischer Anarchist, inhaftiert in der JVA Aachen\" src=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Gabriel-Pombo-da-Silva-106x150.jpg\" alt=\"Gabriel Pombo da Silva, spanischer Anarchist, inhaftiert in der JVA Aachen\" width=\"106\" height=\"150\" \/><\/a><span class=\"dropcap\">M<\/span>einen FreundInnen, Br\u00fcdern und Schwestern und\/oder GenossInnen<\/p>\n<p>Ich erinnere mich noch als w\u00e4rs gestern, an den Tag, an dem ich \u2013 endlich! &#8211; diese eisige, aseptische und hermetische Gruft verliess (Ausweisung), n\u00e4mlich das Hochsicherheitsgef\u00e4ngnis von Aachen in Deutschland&#8230; Am 16.Januar 2013 kam ich, von Interpol eskortiert am Flughafen von Barajas (Madrid) an; von dort f\u00fchrten sie mich zum Gericht bei Plaza Castilla; nicht ohne mich vorher fotografiert (mit speziellem Interesse f\u00fcr die Brust weil sie, vergeblich, hofften die T\u00e4towierung \u201eFAI\/FRI\u201c vorzufinden) und \u201eKlavier gespielt\u201c (Fingerabdr\u00fccke) zu haben, um sicher zu sein, dass ich tats\u00e4chlich ich sei&#8230;<br \/>\nMuss sagen, dass ich Deutschland eigentlich im Dezember oder November h\u00e4tte verlassen sollen; aber das wurde pl\u00f6tzlich blockiert weil die Republik Italien der Bundesanwaltschaft von Karlsruhe einen \u201eOEDE\u201c (Europ\u00e4isches Auslieferungsgesuch) gestellt hatte, mit der Absicht wegen der \u201eOperation K\u00fchnheit\u201c meine Auslieferung zu veranlassen.<br \/>\n\u2026<br \/>\nZum \u201eGl\u00fcck\u201c (oder weil ich juristisch \u201espanischer Staatsb\u00fcrger\u201c bin, dessen Auslieferung mit einem vorher von diesem Land gestellten OEDE verlangt wurde) konnten die italiotischen \u201eDigos\u201c \u2013 politische Polizei ihren Frust nicht loswerden (momentan), weil das hohe deutsche Gericht (nach viel juristisch-polizeilichem Hickhack) entschied, dass die von den R.O.S. &#8211; Spezialabteil der Carabinieri \u2013 gegen mich gerichteten \u201eindizienbasierten Anklagen\u201c nicht gen\u00fcgten (und gen\u00fcgen) um mich an die Republik Italien auszuliefern.<br \/>\nSo konnte ich es mir ersparen das \u201eBel Paese\u201c &#8211; \u201eSch\u00f6ne Land\u201c, ironische Bezeichnung der ItalienerInnen f\u00fcr ihr Land &#8211; durch seine Gef\u00e4ngnisse und sein juristisches System kennenzulernen&#8230; Naiverweise glaubte ich, dass ich mir, endlich, die Digos mit ihren absurden Anklagen \u201evom Halse geschafft\u201c habe und nun den Rest meiner legalen Geiselhaft in diesem Land \u201ebeenden\u201c k\u00f6nne&#8230;<\/p>\n<p>Ich kann unm\u00f6glich alle Eindr\u00fccke \u2013 Ideen \u2013 Gef\u00fchle auf einige Seiten Papier bringen, die ich empfand als ich das Gef\u00e4ngnis von Aachen und Deutschland allgemein hinter mir liess&#8230;<br \/>\nNach 8 \u00bd Jahren in diesem Land \u201elebendig begraben\u201c (23 h pro Tag in eine Zelle gesperrt und 1 h Hofgang t\u00e4glich) weil ich mich weigerte \u201eZwangsarbeiten\u201c auszuf\u00fchren und H\u00e4ftlingskleidung zu tragen (dazu weil meine Korrespondenz systematisch geklaut und sabotiert wurde, womit sie mir die Lust nahmen in den letzten Jahren konstant zu schreiben&#8230;) glaubte ich, \u201edas Schlimmste\u201c endg\u00fcltig hinter mir zu haben&#8230;<br \/>\nEndlich, nach Mitternacht, traf ich im Gef\u00e4ngnis von \u201eSoto de Real\u201c ein. Wie gross war doch meine \u00dcberraschung, als ich feststellte WIE SEHR \u201edie Dinge\u201c sich in diesen fast zehn Jahren erzwungener \u201eAbwesenheit\u201c (Exil?) in den hispanischen Kerkern ver\u00e4ndert hatten! Bass erstaunt stellte ich fest, dass dieselben Gefangenen (regelrechte Hilfskr\u00e4fte der Kerkermeister) mit den Kerkermeistern zusammen die Registrierung meiner Habe durchf\u00fchrten. Dieser erste Eindruck war f\u00fcr mich ein schwerer moralischer Schlag.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise (da ich damit rechnete in den 1.Grad gesetzt zu werden und auch nie mehr im FIES zu landen&#8230;) empf\u00e4ngt mich am folgenden Tag der Direktor und Vizedirektor um mir zu sagen, dass sie von der \u201eD.G.I.P.\u201c &#8211; Justizvollzugs-Verwaltungsbeh\u00f6rde &#8211; h\u00f6chstpers\u00f6nlich angerufen habe (w\u00f6rtlich sagten sie mir, dass bei \u201eden Chefs\u201c als sie meinen Namen sahen alle \u201eAlarmglocken\u201c schrillten) um mich fragen zu lassen \u201emit welchen Absichten ich zur\u00fcckkehre\u201c. Ironisch antwortete ich, dass meine Absichten immer die gleichen waren (und sein werden): meine Freiheit zu erlangen.<\/p>\n<p>\u2026<br \/>\nMan teilte mir mit, dass \u201emeine\u201c Strafe (das wird mir danach auch schriftlich durch ein \u201eLiquidierung des Urteils\u201c genanntes Papier mitgeteilt) am 10.04.2015 zu Ende sei&#8230; und dazu, dass ich im 2. Grad bleiben und so schnell wie m\u00f6glich in meine Region versetzt werde&#8230;<\/p>\n<p>Was soll ich euch sagen? Schliesslich \u201esah es so aus\u201c, als m\u00fcsse ich nach mehr als 28 Jahren Gef\u00e4ngnis \u201enur\u201c noch zwei Jahre warten, um meine heiss ersehnte Freiheit zu geniessen. In den letzten Jahren Geiselhaft in Deutschland Ausgegrenzt, Isoliert, Abgesondert, war nun ALLES was ich erlebte-h\u00f6rte-f\u00fchlte schlicht unerh\u00f6rt&#8230; Es war eine unbeschreibliche akustisch-visuelle-sensorielle-emotionale \u201e\u00dcberdosis\u201c&#8230; In gewissem Sinne (und im Vergleich zu dem, was ich in Deutschland zu ertragen hatte) f\u00fchlte ich mich schon \u201ehalb frei\u201c und lernte schon mit diesem Gef\u00fchl der \u00dcberw\u00e4ltigung durch meine \u201eneue\u201c Umgebung \u201eklarzukommen\u201c ; mit \u201evielen Leuten\u201c, viel Hofgang, vielen Farben und einer \u201esch\u00f6nen Aussicht\u201c auf die Sierra de Navalcernada&#8230;<\/p>\n<p>Das \u201eeinzige\u201c Negative war festzustellen, dass nun auch die W\u00e4rter in den H\u00f6fen waren und die Mehrheit der Gefangenen zu Verwaltern ihrer eigenen Gefangenenschaft und auch \u201eHilfsw\u00e4rter\u201c geworden waren&#8230;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde ich einem Abteil von \u201eKonfliktiven\u201c zugeteilt und dort (M\u00f3dulo 5) verlangten die Kerkermeister, dass ich die Zelle mit einem anderen Gefangenen teilen&#8230; Da ich mich total weigerte mit welchem Gefangenen auch \u201edie Zelle zu teilen\u201c wurde ich am 17. Januar nachts ins Isolationsabteil verlegt&#8230; und dazu sanktionierten sie mich f\u00fcr zwei (ihrer Meinung nach) \u201esehr schwere\u201c Verst\u00f6sse bzw. \u201edrohen den Gefangenen zu schlagen mit dem sie mich aufforderten zusammenleben\u201c und \u201eVerweigerung und Widerstand\u201c der\/gegen die Anordnungen der Kerkermeister. Nach einem Tag Isolation bringen sie mich am 18. Januar zum M\u00f3dulo 5 zur\u00fcck und geben mir dieses Mal eine Einzelzelle&#8230; Doch am 30. Januar teilten sie mir mit, dass ich dem FIES 5 zugeteilt bleibe (Sonderregimes). Das nahm ich mit etwas Humor auf; wenigstens (sagte ich mir) musste ich keine \u201eDisziplinarsanktionen\u201c mehr erwarten von wegen \u201edie Zelle teilen\u201c mit irgendwem&#8230; gut&#8230; nun hoffte ich nur, dass meine Versetzung nach Galizien bald erfolgen w\u00fcrde, genauso wie sie es mir bei meinem Wiedereintritt gesagt hatten.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAm 16.Februar sagten sie mir, ich soll meine \u201eSachen\u201c packen, ich w\u00fcrde verlegt. Sie wollte mir nicht sagen in welches Gef\u00e4ngnis aber ich nahm an es sei eines von Galizien. Doch wie staunte ich , als ich merkte, dass sie mich nach Alicante brachten! In Alicante teilten sie mir auch noch die Beschr\u00e4nkung und Kontrolle der Kommunikation (Telefon, schriftlich, usw.) mit\u2026 und ich war ratlos. In den ersten Monaten in Soto de Real (Madrid) sowie in Villena (Alicante) stellen sie mir alle m\u00f6glichen Hindernisse und Behinderungen in der Kommunikation, auch der telefonischen , sowohl mit meiner Gef\u00e4hrtin als auch mit meiner Familie in den Weg. Doch die Anwesenheit verschiedener ETA \u2013 Gefangener macht meinen Aufenthalt etwas angenehmer &#8230;\u00dcberraschend entscheidet das D.G.I.P. die Aufhebung der Zuteilung FIES-5 (C.E) und der Kontrolle und Beschr\u00e4nkung der Kommunikation &#8230; Und sie \u201egew\u00e4hren\u201c auch Telefongespr\u00e4che mit meiner Schwester, meiner Gef\u00e4hrtin und dem Anwalt&#8230;<\/p>\n<p>Doch am 3. oder 4. April sagen sie mir ich soll meine Sachen packen, ich w\u00fcrde verlegt. Naiverweise denke ich endlich nach Galizien gebracht zu werden&#8230; doch&#8230; welche \u00dcberraschung(!), als sie mir sagen, es gehe nach Valdemoro ! Und wieso werde ich nach Valdemoro gebracht? Die Antwort kommt sofort und am 9. April bringen sie mich vor die Audiencia Nacional: die \u201eDigosse\u201c hatten den \u201eGegenangriff\u201c gestartet. Ich verweigere jegliche Aussage und lehne den (amtlich vorgesetzten) Verteidiger ab. Am 16. April werde ich erneut vorgeladen, diesmal mit meinem Anwalt. Ich habe \u00fcber die von den R.O.S. gegen mich gerichtete Anklagen NICHTS zu sagen &#8230; doch um mich ev. \u201evor\u00fcbergehend nach Italien auszuliefern\u201c verf\u00fcgen sie die \u201eprovisorische Freiheit\u201c solange und weil ich in diesem Land noch eine Strafe absitze und an Deutschland (da es die scheinbar inkriminierenden Indizien der R.O.S. gegen meine Person abgelehnt und mich nach Spanien \u00fcberstellt hat um \u201emeine\u201c Strafe in Spanien abzusitzen) muss ein \u201einternationales Rechtshilfegesuch\u201c gestellt werden&#8230;<\/p>\n<p>April verbringe ich praktisch in Valdemoro und hier habe ich meine erste Kommunikation sowohl mit meiner Schwester als auch mit meiner Gef\u00e4hrtin. Am 30.April befinde ich mich wieder in Alicante. Am 31. Mai habe ich endlich den ersten \u201evis a vis \u201e\u2013 \u201eFamilienzimmer\u201c mit meiner Gef\u00e4hrtin und periodisch \u201enormalisieren\u201c sich auch die Telefongespr\u00e4che und Besuche mit weiteren GenossInnen. Am 15.Juli verlasse ich endlich das Gef\u00e4ngnis von Villena mit Zielort<br \/>\n\u201eA-LAMA\u201c&#8230; ich komme am 25.Juli in Galizien an. Am 27. wird mir die \u201eBeschr\u00e4nkung und Kontrolle\u201c der Kommunikation (einfach \u201eweil ja\u201c) mit Datum 23. Juli (!!) mitgeteilt. Bzw. war ich noch nicht mal in diesem Gef\u00e4ngnis angekommen als der Vizedirektor entscheidet (pers\u00f6nlicher Entscheid und entgegen den Entscheiden der D.G.I.P und des J.V.P \u2013 Vollzugs\u00fcberwachungsgericht &#8211; von Villena) einen Schritt zur\u00fcck zu machen und die \u201eNormen\u201c, \u201eNormativen\u201c und \u201eAnweisungen\u201c selbst seiner Vorgesetzten und der Gerichtsbarkeit zu missachten. Und da ich ablehne diese (einseitige und willk\u00fcrliche) Abmachung zu unterschreiben, kommt ihm nichts Besseres in den Sinn als mich am 9.Oktober erneut dem FIES 5 (C.E) zuzuteilen. Ich habe einfach aufgeh\u00f6rt zu schreiben (was immer mein Fenster nach Aussen war) seit ich in diesem Gef\u00e4ngnis angekommen bin, weil ich ablehne, das \u201eirgendwer\u201c der sich als Lokalsatrap auff\u00fchrt, entscheidet, wem und wann ich zu schreiben und von wem und wann ich lesen soll&#8230;<\/p>\n<p>Noch einen drauf sind diese \u201eLiquidationen der Strafe\u201c. Ich begreife wirklich nicht mehr, welch Scheiss Strafvollzugssystem das denn ist, das mir verschiedene liefert: a) die Erste in Soto del Real mit Entlassungsdatum nach 4\/4 abgesessener Strafe am 10-4-2015; b) die Zweite in Villena-Alicante mit Entlassungsdatum im Jahr 2033! Und c) die Dritte in A-LAMA die besagt, ich habe \u00be = bedingte Entlassung im Januar 2015 und die Gesamtstrafe (4\/4) 2020 abgesessen. Nat\u00fcrlich l\u00e4uft gegen all das (die \u201eneue\u201c Zuteilung zum FIES + Korrespondenzkontrolle + Liquidationen der Strafe) Rekurs beim JVP von Pontevedra. Wenn dieses JVP ihre Gesetze anwendet, sollte ich n\u00e4chstes Jahr entlassen werden.<\/p>\n<p>Allen GenossInnen muss ich sagen, dass \u00fcber das hinaus was ihre \u201ejuristischen Papiere\u201c und ihre dreckigen politischen Man\u00f6ver sagen m\u00f6gen, da ich nun 29 Jahre gefangen bin, ich nicht in die Falle der Provokationen dieser Elenden laufen werde, jetzt, wo meine FREIHEIT in Reichweite liegt&#8230;<br \/>\nDie Tatsache, dass ich das hier schreibe (meine Wahrheit) kann den Henkern den Vorwand zu neuen \u201eVersetzungen\u201c (Abteil oder Gef\u00e4ngnis) und\/oder zu administrativen \u201eSanktionen\u201c liefern. Die Lage in den Gef\u00e4ngnissen in den letzten Jahren erzwungener \u201eAbwesenheit\u201c hat sich so stark ver\u00e4ndert, dass es f\u00fcr mich nicht wieder zu erkennen ist. \u201eJetzt\u201c gibt es (Beginn vor einigen Jahren&#8230;) in allen Gef\u00e4ngnissen des spanischen Staates eine \u201eNeuerung\u201c, die sie \u201eErziehungs- und Respektabteile\u201c und\/oder \u201eAbteile des Zusammenlebens\u201c nennen. In einigen Gef\u00e4ngnissen sind diese Abteile schon in der Mehrzahl. Aber was heisst das? Jene, die die Anwendung des Gesetzes w\u00fcnschen (was von Rechts wegen der<br \/>\nFall sein m\u00fcsste und nicht von der Einwilligung einiger Usurpatoren abh\u00e4ngen sollte), m\u00fcssen in eines dieser \u201eRespektabteile\u201c gehen, wo sie einen Vertrag unterschreiben, in dem sie ihnen die Aktivit\u00e4ten \u201eprogrammieren\u201c, die wie putzen, studieren, Sport treiben usw. usw. sie obligatorisch einhalten m\u00fcssen (was eben eine Verletzung der Gesetzgebung ist) . Dieselben Gefangenen haben W\u00e4rterfunktionen und \u201etechnische\u201c Funktionen zu \u00fcbernehmen, was bis zur Kontrolle der eigenen \u201eMitgefangenen\u201c, zur \u201eMedikamentenabgabe\u201c (euphemistisch sind da die Drogen gemeint, mit denen sie die Gefangenen hier abf\u00fcllen) und zum Durchsuchen der Mitgefangenen geht, um sie auf illegale Drogen zu kontrollieren oder ob sie oder in verbotenen R\u00e4umlichkeiten rauchen (oder nicht arbeiten).<br \/>\nSie machen auch \u201eVersammlungen\u201c wo man einander \u201everpfeift\u201c. In solch ein Abteil zu gehen, setzt voraus, dass man auf die (gesetzlichen) \u201eRechte\u201c der Gefangenen verzichtet (bzw. alles den Funktion\u00e4ren zu delegieren), die uns \u201ealte K\u00e4mpferInnen\u201c soviel Tote und Blut gekostet haben.<br \/>\nAngesichts dessen was ich gesehen habe (und da ich mich weigere diese Scheisse zu schlucken), ziehe ich es vor in den sog. \u201ekonfliktiven Abteilen\u201c zusammenzuleben und f\u00fcr meine \u201eRechte\u201c (f\u00fcr die ich gek\u00e4mpft habe) zu streiten und \u201ediese Verantwortung\u201c nicht einer Bande von Verr\u00e4tern und W\u00e4rtern zu \u201edelegieren\u201c.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte unterstreichen, dass das was ich hier schreibe kein \u201eAufruf zur Solidarit\u00e4t\u201c mit meiner Lage will. Es ist bloss eine \u201eRadiographie\u201c meiner Situation (und anderer, die ihre Hosen auch nicht runtergelassen haben) und eine Feststellung, dass ihr \u201eRechte und Gesetz\u201c Schrott ist, ein Fetzen Papier, etwas womit sie \u201esich\u201c mit \u201eOrdnung\u201c und \u201eLegitimit\u00e4t\u201c schm\u00fccken und auch das (legale und bewaffnete) Gewaltmonopol rechtfertigen wollen. Was ich denke und glaube, habe ich in meinen Texten und jeder Handlung meines Lebens reflektiert (und tue es auf \u201eminderer Skala\u201c weiter). Meine Solidarit\u00e4t ist jetzt (wie immer) mit allen die k\u00e4mpfen: Nie besiegt, nie reuig!! Im Kampf bis wir alle frei sind!! F\u00fcr die Anarchie!!!<\/p>\n<p>A-Lama, Oktober 2013<br \/>\nNote: Ich erhalte weder Briefe noch anarchistische Publikationen, aber<br \/>\nich nutze es aus, um das Buch des Genossen Thomas Meyer-Falk zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich erinnere mich noch als w\u00e4rs gestern, an den Tag, an dem ich \u2013 endlich! &#8211; diese eisige, aseptische und hermetische Gruft verliess (Ausweisung), n\u00e4mlich das Hochsicherheitsgef\u00e4ngnis von Aachen in Deutschland&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":10279,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[297,9],"tags":[52,131,61,191,155],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9761"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9761"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9761\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10341,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9761\/revisions\/10341"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-berlin.net\/2008\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}